Es passt – auf dem Eis und privat

Marc Wieser tritt heute Abend um 19.45 Uhr zum Eishockey-Meisterschaftsspiel in Biel mit dem gelben Topskorerhelm an. Der Davoser Flügelstürmer scheint nach einer auch persönlich verkorksten letzten Saison seine Torgefährlichkeit wieder zu finden.

„Ich muss schauen, ob mir der Topskorerhelm überhaupt noch passt“, sagt Marc Wieser scherzend. Denn der gelbe Helm, den der beste Skorer jeder Mannschaft in der National League jeweils trägt, geht nicht in Eigenbesitz, sondern muss jeweils wieder zurückgegeben werden. Fakt ist allerdings, dass der 31-jährige HCD-Stürmer den exklusiven gelben Kopfschutz schon lange nicht mehr getragen hat. Wann genau, weiss Wieser selber nicht. „Es dürfte irgendwann in der vorletzten Saison gewesen sein“, meint er. In der letzten Spielzeit hatte es der Prättigauer in der Qualifikation nur auf zehn Treffer und neun Assists gebracht. Jetzt steht er nach zwei Partien bereits mit drei Skorerpunkten zu buche. Am letzten Dienstag traf er beim 3:2:Sieg des HCD in Lugano zwei Mal.

Ein torgefährliches Trio

Marc Wieser führt die aktuelle Davoser Skorerliste mit zwei Toren und einem Assist vor den punktgleichen Benjamin Baumgartner und Mattias Tedenby (je 1 Tor/2 Assists) an. Danach folgen Perttu Lindgren mit zwei Treffern und Otso Rantakari mit zwei Assists. „Unserer Sturmlinie läuft es gut“, bemerkt Wieser, auf seine Topskorer-Position angesprochen. Sich selber bezeichnet er als „Wühler und Krampfer, und manchmal bin ich auch ein Skorer.“ Viel Lob zollt er seinen Sturmreihenpartnern. „Perttu Lindgren macht mit seinen Qualitäten jeden Mitspieler besser. Und Benjamin Baumgartner verfügt über eine ausgezeichnete Übersicht; wir passen zusammen.“ Auch privat passt es übrigens bei Marc Wieser. Seit dem 30. August ist er glücklicher Vater von Töchterchen Ella.

In Biel gegen den Leader

Am Dienstagabend erwartet Marc Wieser in Biel nicht von ungefähr „eine harte Partie“. Die Seeländer führen die Tabelle in der National League mit elf Punkten aus fünf Partien an. Ihre einzige Niederlage kassierten sie beim 0:1 in der Verlängerung gegen die Rapperswil-Jona Lakers. Nicht von ungefähr bemerkt Wieser, dass es wohl von Vorteil wäre, die Entscheidung gegen Biel schon vor dem Penaltyschiessen herbeizuführen. Denn zuletzt gewannen die Bieler sowohl in Bern (2:1) als auch gegen die SCL Tigers (3:2) jeweils im Shutout. Gefragt werden in der Bieler Tissot Arena auch Marc Wiesers Skorerqualitäten, denn die Seeländer liessen noch in keinem Meisterschaftsspiel mehr als zwei Gegentreffer zu.

Weil der HCD wegen des Umbaus der Südseite des Eisstadion bis am 18. Oktober keine Heimspiele absolvieren kann, bestreitet er am Dienstagabend in Biel erst sein drittes Punktespiel, der Gegner hingegen bereits seinen sechsten Ernstkampf in der noch jungen Meisterschaft. Marc Wieser mag sich dennoch nicht über mangelnde Spielpraxis und fehlenden Meisterschaftsrhythmus beklagen. „Wie trainieren umso härter“, sagt der Flügelstürmer. „Und für den Match in Biel sind wir hungrig und frisch, während der Gegner am vergangenen Wochenende gleich zwei Mal über die volle Spielzeit inklusive Verlängerung und Penaltyschiessen hart arbeiten musste.“

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