Etwas Eishockey im Blut

Chris Egli kommt beim HC Davos immer besser zur Geltung. Der 20-Jährige, der sowohl als Center wie auch als Flügelstürmer eingesetzt werden kann und an der letzten U20-WM für internationale Schlagzeilen sorgte, weist bemerkenswerte Zahlen auf.

Der Name Egli verpflichtet. Andy und Peter Egli, die zu Beginn der Neunzigerjahre die HCD-Farben trugen – Andy Egli ist jetzt Video-Coach beim HCD – , sind Onkel von Chris Egli. Und sein Vater spielte früher bei Wil in der 1. Liga. „Ja, ich habe etwas Eishockey im Blut“, lacht Chris Egli. Von klein auf habe er sich mit Eishockeystock, Puck und Schlittschuhen befasst, während im das Skifahren nie wirklich viel bedeutet habe. „Eishockey macht mir Spass, seit ich in der Hockeyschule war. Es ist ein ’cooler’ Mannschaftssport; man peilt Ziele gemeinsam mit anderen an“, sagt der Stürmer.

Chris Egli durchlief beim HCD sämtliche Nachwuchsstufen. Parallel absolvierte er eine Kaufmännische Lehre, die er im vergangenen Frühling abschloss. Sein NLA-Debüt gab er beim Bündner NLA-Klub am 30. Januar 2015. „Es war in Biel, damals noch in der alten Eishalle“, erinnert sich Egli. Die Premiere in der obersten Schweizer Spielklasse sei für ihn persönlich ein „cooler Moment“ gewesen, auch wenn der HCD jenen Match mit 1:4 verlor.

Es passt

Seit letzter Saison ist Egli im NLA-Kader des HCD. Als einer der Jüngsten im Team gehört es am Ende von jedem Training zu seinen Pflichten, die Pucks einzusammeln. Er fühlt sich in der Mannschaft aber gut aufgenommen und findet es lässig, sich mit den „Grossen“, sprich älteren Mannschaftsgefährten, zu unterhalten. Und auf dem Eis befindet er sich ohnehin im Element. Zum Teil begünstigt durch diverse Ausfälle von Stammspielern, bestritt Egli in dieser Saison bereits 19 Meisterschaftsspiele. Er wusste seine Chance zu nutzten und ist mittlerweile auch schon bei vier Treffern und einem Assist angelangt. Was weiter auffällt: Der 20-Jährige weist mit +5 eine der besten persönlichen Plus-Minus-Bilanzen der ganzen HCD-Truppe auf. Er hätte nicht gedacht, dass er so viele Einsätze erhalte und auch im Abschluss schon immer besser treffe. „Und Gegentore kassieren wir in der Tat nicht so viele. Ja, es passt“, meint der junge Stürmer zu den Zahlen.

Als Center oder Flügel einsetzbar

Im Nachwuchs hatte der 1,85 Meter grosse, aber erst 75 Kilogramm schwere Egli in der Regel als Center gespielt. Im Fanionteam kam er bisher vorwiegend als Flügelstürmer auf der linken Seite zum Einsatz. Am letzten Samstag aber zum Beispiel spielte Egli beim 7:1-Auswärtssieg gegen Genf-Servette in der Mitte, weil Perttu Lindgren wegen einer Sperre ausfiel. Es mache auf beiden Positionen Spass, meint Egli.

Gegen Lugano und die ZSC Lions

Am Freitagabend trifft Egli mit dem HCD in der Vaillant Arena auf Lugano. Die in Schieflage geratenen Tessiner gaben zuletzt mit dem 8:1-Heimsieg gegen Fribourg und dem 3:2-Erfolg im Penaltyschiessen gegen Genf-Servette ein starkes Lebenszeichen. „Wir müssen aufpassen“, warnt Egli. „Klar wollen wir an unsere Leistung auf dem Servette-Spiel anknüpfen, aber defensiv müssen wir noch besser spielen. Und vorne gilt es, die Torchancen, die wir kreieren, auch zu verwerten.“ Die Chancenauswertung sei in letzter Zeit mit Ausnahme des Servette-Spiels nicht gut gewesen. Kurz und bündig fällt Eglis Vorschau aufs Auswärtsspiel gegen die ZSC Lions vom Sonntag aus: „Das wird ein happiger Match. Wir brauchen eine sehr starke Leistung, um zu punkten.“

Voraussichtlich wird Egli zwischen Weihnachten und Neujahr erstmals am Spengler Cup spielen, für den „Ur-Davoser“ natürlich ein Höhepunkt in der jungen Karriere. Vor einem Jahr hatte er stattdessen mit der Schweiz die U20-Weltmeisterschaft bestritten und gleich im ersten Match für internationale Schlagzeilen gesorgt, als er Schwedens Star William Nylander, den Sohn von Michael Nylander, mit einem Check ausser Gefecht setzte und dafür mit drei Spielsperren sanktioniert wurde. „Eishockey ist ein Vollkontaktsport, aber es liegt mir fern, jemanden verletzten zu wollen“, bemerkt Egli. Er gehört in der Tat nicht zu den Bösen. In insgesamt 38 NLA-Spielen hat erst eine Zweiminutenstrafe kassiert und dazu fünf Minuten plus eine Spieldauer-Disziplinarstrafe nach einem Check gegen den Servettien Auguste Impose. 

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