Exklusiv: Simon Kindschi im Interview

Simon Kindschi hat sich im Sommer in der Champions League in Pardubice verletzt und in der laufenden Meisterschaft noch keine Sekunde gespielt. Der 19-jährige HCD-Verteidiger spricht über seine Leidenszeit und seine Vertragsverlängerung.

Simon Kindschi, Sie haben sich am 22. August im Champions-League-Spiel in Pardubice eine Schulterverletzung zugezogen und müssen seither zuschauen. Wie gehen Sie damit um?

Simon Kindschi: Es war vor allem zu Beginn eine schwierige Zeit, bis ich lernte, geduldig damit umzugehen. Jetzt sieht es besser aus. Ich weiss, was mein Ziel ist und was es braucht, um wieder zurückzukommen und woran ich arbeiten muss. Rückblickend brachte die Verletzung auch Vorteile: Sie deckte meine Schwächen auf, an denen ich jetzt arbeite beziehungsweise wo ich nun mehr Zeit hatte, um diese auszubügeln.

Das müssen Sie präzisieren!

Es hängt mit der Stabilisation zusammen. Einbeinig ist zum Beispiel sehr wichtig. Ich habe gemerkt, dass ich das im Krafttraining vernachlässigt habe.

Wie kam es überhaupt in Pardubice zu Ihrer Verletzung?

Ich spielte einen Pass etwas zu spät und wurde von einem Gegenspieler gecheckt. Darauf wollte ich mich an der Bande abstützen, doch die kam einfach nicht. Deswegen hatte ich den rechten Arm beim Aufprall hoch oben, worauf ich einen Knorpelabriss in der rechten Schulter erlitt, was eine Operation zur Folge hatte

Was geschah nach der Operation?

Während der beiden ersten Wochen durfte ich nur mit einer steifen Schleife umherlaufen, so dass ich die Schulter gar nicht bewegen konnte und gar nichts trainieren durfte. Nachher erhielt ich eine kleinere, schwarze Schleife, die mehr Bewegungsfreiheit erlaubte und die ich auch wegnehmen konnte. Da konnte ich wieder ins Training einsteigen, zunächst wenigstens was die Beine betraf. Seit drei Wochen kann ich auch den Oberkörper im Training wieder belasten.

Wie weit fortgeschritten sind Sie jetzt im Training?

Schon sehr weit, vor allem bezüglich Beinmuskulatur und Kondition. Ich arbeite täglich und weise bereits ein anständiges Niveau auf. Die Schulter schmerzt noch ab und zu, so dass ich an gewissen Tagen auf bestimmte Übungen verzichten muss. Mit der Mannschaft darf ich noch nicht auf dem Eis trainieren, weil der Körperkontakt zu gefährlich wäre.

Wann glauben Sie, in der Meisterschaft spielen zu können?

Wenn alles gut verheilt, hoffe ich, dass dies nach der Nati-Pause der Fall sein wird, also etwa Mitte November.

Ihr erstes grosses Saisonziel dürfte U20-Weltmeisterschaft nach Weihnachten in Finnland sein. Reicht dazu die Zeit?

Mein erstes grosses Ziel ist es, gut in die Meisterschaft mit dem HCD einzusteigen. Erst nachher wird die U20-WM zum Thema. Ich habe noch mehr als einen Monat Zeit, um mich für ein WM-Aufgebot aufzudrängen. Ich bin zuversichtlich.

Die Meisterschafts-Heimspiele des HCD mussten Sie seit Saisonbeginn auf der Tribüne verfolgen. Wie ist es, wenn man tatenlos zuschauen muss?

Grauenhaft. Ich dachte früher, zuzuschauen sei nicht so schlimm. Aber es ist das Allerschlimmste, wenn man seinem Team auf dem Eis nicht helfen und seinen Teil nicht beitragen kann. Gedanklich ist man voll dabei, doch man kann nicht eingreifen.

An den Swiss Hockey Awards figurierten Sie im September bei den Newcomern unter den Top 3 der letzten Saison. Was bedeutete Ihnen diese Nomination?

Es war eine grosse Ehre, waren doch meine beiden Kontrahenten Denis Malgin und Jonas Siegenthaler im Frühling im NHL-Draft gezogen worden. Ich erachtete die Nomination als Anerkennung, dass ich eine gute letzte Saison spielte.

Am Montag verlängerten Sie ihren Vertrag beim HCD gleich um drei Jahre bis im Frühling 2019.

Ich stecke noch mitten in meiner Eishockey-Ausbildung. Diese möchte ich hier in Davos fortsetzen und abschliessen. Unser Trainer Arno Del Curto kann mir noch sehr viel beibringen, aber auch Mitspieler wie etwa Félicien Du Bois oder Beat Forster helfen mir weiter. Für mich war es nie ein grosses Thema, meinen Heimklub am Ende der laufenden Saison zu verlassen.

Kommentare