Für uns liegt alles drin

Rechtzeitig auf den Spengler Cup hin hat der HCD in der Meisterschaft zu seiner Form gefunden. Jetzt will er am jährlichen Eishockeyfest in der Vaillant Arena feuerwerken. Captain Andres Ambühl liebäugelt mit dem Pokal und hofft auf ein Duell mit dem Schweizer Nationalteam.

Zuletzt drei Siege, neun Punkte und je ein Shutout von Gilles Senn beim 1:0 gegen die SCL Tigers und von Joren van Pottelberghe beim 3:0 in Ambri. Der HC Davos hat eine starke letzte Meisterschaftswoche hingelegt, defensive Stabilität gezeigt und so das Feuer für den Spengler Cup richtig entfacht. Das neue Jahr darf Davos am 2. Januar auf dem dritten Tabellenplatz mit dem Heimspiel gegen Titelverteidiger und Leader Bern in Angriff nehmen.

Zuvor stehen für den HCD jetzt aber die Festtage an – privat für Weihnachten, dann rasch auch schon fürs Eishockeyfest am Spengler Cup. „Dieses internationale Turnier ist für uns als Mannschaft, aber auch für mich persönlich immer einer der Höhepunkte im Jahr“, sagt Andres Ambühl. Der Captain weiss, wovon er spricht. Als Knabe verkaufte er im und ums voll besetzte Stadion Lose, seit vielen Jahren gehört er auf dem Eis zu den vorbildlichen, unermüdlichen Reissern und Antreibern des HCD.

„Für uns liegt alles drin“, meint Ambühl vor dem Start zum 91. Spengler Cup. „Das Turnier ist offen. Wenn wir gut spielen, ist das Beste möglich.“ Speziell ist in diesem Jahr, dass die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft erstmals seit 38 Jahren wieder am Spengler Cup antritt. Ambühl gehört eigentlich zu den Fix-Startern im Nationalteam. Er trug das Schweizerkreuz bereits an 14 Weltmeisterschaften und drei Olympischen Spielen. Wie alle HCD-Internationalen trägt er am Spengler Cup jedoch die blau-gelben Davoser Farben. Da könnte zu einem ganz speziellen Situation führen. Ambühl meint dazu: „Ich hoffe, dass wir im Turnier in der K.-o.-Phase mit dem HCD auf die Schweiz treffen. Das wird spannend.“

Mit spektakulären Auftritten möchte der HCD generell seinen Teil zum Davoser Hockeyfest in der Altjahrswoche beitragen. In den letzten vier Jahren scheiterte er jeweils im Halbfinal. Letztmals gewann Davos den Spengler Cup 2011 dank eines 3:2-Finalsieg über Dinamo Riga. Im folgenden Jahr verlor der HCD das Endspiel gegen das Team Canada mit  2:7. Sein erstes Gruppenspiel am diesjährigen Spengler Cup bestreitet der HCD am 27. Dezember um 20.15 Uhr gegen den Verlierer der Partie Team Canada – Mountfield vom Vortag. Die beiden Gegner haben es in sich. Mountfield belegt zurzeit in der tschechischen Meisterschaft in Pilsen den zweiten Platz. Und die Partien zwischen dem HCD und dem Team Canada bilden am Traditionsturnier den Klassiker. Am Spengler Cup standen sich die beiden Erzrivalen bisher genau 40 Mal gegenüber. Trainer Arno Del Curto, der seit 1996 die Fäden beim HCD zieht, hat schon so manches dieser Duelle erlebt. «Sie sind immer speziell», sagt der 61-Jährige, «es ist fast wie eine Hassliebe. Sie als Möchtegern-Sieger, wir als Gastgeber, die sich gegen sie aufgelehnt haben. Das gibt die geilsten Spiele!»

Wie gewohnt ergänzt der HCD sein Team für den Spengler Cup mit zusätzlichen ausländischen Spielern. Vom EHC Biel hilft in der Altjahrswoche der Amerikaner Sam Lofquist bei Davos aus. Letzte Saison hatte der 1,88 Meter grosse und 93 Kilogramm schwere Verteidiger in der KHL bei Torpedo Nischny Nowgorod gespielt. Seinen Angriff komplettiert der HCD mit Tomi Sallinen und Jeremy Morin. Sallinen verlängerte erst kürzlich seinen Vertrag beim EHC Kloten bis zum Saisonende. Morin wurde vom SC Bern Anfang Dezember mit einem temporären Vertrag bis 3. Januar primär auch mit Blick auf die Champions League nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Mika Pyörälä verpflichtet. Der 26-jährige Amerikaner spielte zuvor beim Spengler Cup-Teilnehmer KPK Hämeenlinna in Finnland.

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