Für mich ist jedes Länderspiel eine Riesen-Ehre

Das Aufgebot für die Eishockey-WM hat Fabian Heldner in diesem Jahr noch nicht geschafft. Gleichwohl blickt der 20-jährige Verteidiger des HC Davos ohne Gram auf seine ersten wertvollen Länderspiel-Erfahrungen zurück.

Fabian Heldner, mit dem zweiten Länderspiel gegen Russland ist für Sie am Samstag in Biel die Saison zu Ende gegangen. Wie gross ist die Enttäuschung, dass Sie im Kampf um die WM-Plätze ausgeschieden sind.

Fabian Heldner: Natürlich ist die Enttäuschung vorhanden. Wenn man ein paar Wochen mit dem Nationalteam im Rahmen der WM-Vorbereitung unterwegs ist, möchte man gerne noch länger dabei sein. Gleichwohl überwiegen für mich die positiven Aspekte. Ich konnte sehr viel profitieren und bin froh, dass ich diese Erfahrungen sammeln durfte.

Können Sie das bitte ausformulieren?

Allein schon gegen Russland zu spielen, war speziell. Die beiden Partien wickelten sich auf sehr hohem Niveau ab. Ich erhielt im Training auch neue Inputs, zum Beispiel auch die Einschätzungen und Tipps von Nati-Verteidiger-Trainer Tommy Albelin, der früher eine grosse Karriere in der NHL machte. Dass sind wichtige Erfahrungen für mich.

Sie gaben Ihr Nati-Debüt im Februar in der Slowakei. In der WM-Vorbereitung absolvierten Sie nun je zwei Partien gegen die Slowakei und Russland, die sie allesamt gewannen. Wie erlebten Sie diese Partien?

Ich stellte Unterschiede im Vergleich zum etwas hektischeren NLA-Eishockey fest. Im Nationalteam werden die Spiele mehr durch die Taktik geprägt. Aber die Körperchecks werden in den Ecken überall konsequent abgeschlossen. Natürlich spürte ich in den Länderspielen den Kampf um die WM-Plätze.

War es für Sie schwierig, vom geradlinigen, offensiv ausgerichteten Spielsystem mit der schnellen Angriffsauslösung von HCD-Coach Arno Del Curto auf jenes von Nationalcoach Patrick Fischer umzustellen?

Es gibt beträchtliche Unterschiede. Daran musste ich mich zuerst gewöhnen. Bei Fischer betreiben die Verteidiger zum Beispiel ein weniger offensives Forechecking. Mir gelang die Umstellung dank entsprechenden Instruktionen aber recht gut.

Was bedeutet es für Sie, das Trikot der Nationalmannschaft zu tragen?

Für mich ist jedes Länderspiel eine Riesen-Ehre. Ich bin extrem froh um meine ersten Einsätze im Nationalteam in dieser Saison. Sie machen Lust auf mehr. Ich möchte in den nächsten Jahren gerne wieder dabei sein und werde versuchen, mich mit entsprechenden Leistungen beim HCD aufzudrängen.

Was trauen Sie der Schweiz an der kommenden Eishockey-WM in Paris und Köln zu?

In den Vorbereitungsspielen sah man, dass die Schweiz ein grosses Potenzial hat. Wenn sich das Team weiter steigern kann, ist an der WM sehr viel möglich. Dann muss der Viertelfinal noch nicht Endstation sein. Wir haben eine wirklich gute Mannschaft. Das Innenleben, sprich die Stimmung im Team, habe ich als sehr gut erfahren.

Werden Sie die WM-Spiele am Fernseher verfolgen und mitfiebern?

Ja. Nachdem ich in der Vorbereitung selber dabei war, verfolge ich nun gespannt, wie es weitergeht.

Aber zunächst stehen für Sie nun verdiente Ferien an…

Ich sprach am Sonntagvormittag per Telefon mit Arno Del Curto. Mit ihm vereinbarte ich, dass ich nun zwei Wochen Ferien mache. In dieser Zeit werde ich mich etwas fit halten und danach ins Sommertraining beim HCD einsteigen. Apropos Ferienpläne: Ich fahre jetzt in meine Heimat ins Wallis und schaue dann weiter.

Noch ein erster kurzer Ausblick: Seit Ihrem Debüt im NLA-Team des HCD spielten Sie meist an der Seite von Beat Forster. Er verlässt nun den HCD und wechselt nach Biel. Was bedeutet das für Sie?

Vor allem Veränderung. Ich gewöhnte mich in letzten drei Saisons daran, dass „Fösche“ immer da ist. Er half mir enorm viel – sowohl beim Einstieg ins NLA-Eishockey als auch bei meiner Entwicklung. Ich bedaure seinen Abgang. Doch so ist nun mal das Eishockey-Geschäft. Deshalb freue ich mich auch auf die neue Situation mit neuen Inputs und Herausforderungen.

Kommentare