Geisterspiele machen unser Produkt nicht gut

Der HC Davos trägt den Entscheid mit, den Playoff-Start vorläufig bis am 17. März zu verschieben. HCD-CEO Marc Gianola erklärt im Interview, weshalb er gegen Geisterspiele ist und was ein Saisonabbruch für den Klub für Auswirkungen hätte.

Marc Gianola, die National League und die Clubs haben am Montag entschieden, den Spielbetrieb vorläufig bis 15. März ruhen zu lassen.

Marc Gianola: Wir tragen diesen Entscheid mit. Wir sagten auch, Playoff-Spiele ohne Zuschauer machen keinen Sinn. Aufgrund der Anweisungen von Bund und Kanton gab es für uns deshalb gar keinen anderen Weg.

Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für den HCD?

Im Moment keine. Wir haben nun einfach zwei Wochen Spielpause, sofern nachher die Playoffs ganz normal gespielt werden. Andernfalls stellen sich Fragen zum Beispiel bezüglich Fernsehrechten. Aufgrund der aktuellen Vorschriften des Kantons, der überregionale Veranstaltungen verbietet, könnten wir uns an der Weiterführung der Meisterschaft nicht beteiligen. Am letzten Wochenende mussten wir zum Beispiel gar ein U9-Turnier absagen.

Die Klubs wollen offensichtlich keine Playoffs mit Geisterspielen, auch der HCD nicht.

Geisterspiele machen unser Produkt nicht gut. Sie sind nicht lässig für die Spieler, aber auch nicht für die Fernsehzuschauer. Mit Geisterspielen ohne Zuschauer hätten wir Einnahmenausfälle, die wir jedoch benötigen, um die Erfolgsprämien der Spieler zu zahlen.

Die Wahrscheinlichkeit ist allerdings sehr klein, dass der Bundesrat seine aktuelle Weisung, dass Grossveranstaltungen mit mehr als 1000 Zuschauern untersagt sind, am 15. März lockert.

Ich gehe auch davon aus, dass die Coronavirus-Situation bis am 15. März nicht besser ist als jetzt. Dann wird es wohl weiterhin keine Spiele geben – zumindest bis zu einem gewissen Zeitpunkt. Ich glaube allerdings nicht, dass dann der Zeitraum überhaupt noch genügt, um Playoffs bis am 24. April zu spielen.

Wie gross wäre der finanzielle Verlust für den HCD, wenn in dieser Saison gar nicht mehr gespielt wird?

Das Risiko ist im Moment schwierig einzuschätzen, weil wir nicht wissen, wir gross das Fernsehen Regress nimmt durch den Schaden, der entsteht, wenn sie ihre Fernsehrechte nicht wahrnehmen können. Für unsere Zuschauer wäre es auch schlecht, wenn sie den Höhepunkt der Saison nicht im Stadion sehen könnten. Finanziell würde sich für den HCD der Verlust in einem beschaulichen Ausmass halten.

Welche Auswirkungen hätte ein Saisonabbruch auf die Spielerverträge, die in der Regel bis Ende April dauern?

Die Spieler haben Jahreslöhne; da spielt es keine Rolle, auf wie viele Monate man diese aufteilt. Den Bonus, der für das Erreichen der Playoffs in den Verträgen fixiert ist, haben wir bereits ins Quartalergebnis einfliessen lassen. Diesen haben die Spieler auch verdient. Playoff-Boni würden natürlich wegfallen, falls nicht mehr gespielt wird.

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