Gelungener Einstand von Broc Little

Der HC Davos hat am internationalen Eishockeyturnier in der kasachischen Hauptstadt Astana sein Auftaktspiel gegen Gastgeber Barys Astana am Sonntagabend wegen zwei später Gegentore mit 2:4 verloren. Der neue HCD-Goalgetter Broc Little stellte seine Torgefährlichkeit bereits unter Beweis.

Dem HC Davos fehlte am „Cup of the President of the Republic of Kazakhstan“ in seinem ersten Turnierspiel wenig zu einer Überraschung. In einem ausgeglichenen Spiel mit hoher Intensität gerieten die Bündner gegen Barys Astana erst 132 Sekunden vor Matchende mit 2:3 in Rückstand. Zum Endresultat traf der kanadisch-kasachische Doppelbürger Martin St. Pierre eine Sekunde vor der Schlusssirene ins leere Davoser Tor.

Little kam, sah und traf

Der HCD war in dieser umkämpften Partie zwei Mal in Führung gegangen. Nach 15 Minuten und zwei Sekunden demonstrierte der neu verpflichtete US-Stürmer Broc Little beim 1:0 erstmals seine Goalgetterqualitäten. Nachdem Marc Wieser drei Gegner abgedribbelt und aufs Tor geschossen hatte, verwertete Little den Abpraller. Auch beim 2:1 von Enzo Corvi liess sich neue HCD-Amerikaner einen Skorerpunkt notieren. Die neu gebildete Linie mit Little, Corvi und Marc Wieser harmonierte auf Anhieb. „Little verzeichnete einen wirklich guten Einstand“, sagte nach dem Match HCD-Sportchef-Assistent Sandro Rizzi der „Davoser Zeitung“ auf Anfrage am Telefon. „Er ist ein sehr cleverer Spieler und macht seine Sachen richtig. Vor dem gegnerischen Tor weiss er sich am richtigen Ort zu platzieren, und er besitzt einen guten Torriecher.“

Der HCD spielte mit nur zwei Ausländern; neben Little stand der Tscheche Robert Kousal im Einsatz. Magnus Nygren weilt noch in Schweden, wo seine hochschwangere Frau in diesen Tagen Nachwuchs erwartet. Und Perttu Lindgren machte die Reise nach Kasachstan nicht mit. Der Finne arbeitet nach einer Hüftoperation plangemäss in Davos an seinem Comeback.

Lange Flugreise

Dass bei den Bündnern in der ersten Testpartie der Saison gegen Spielende die Kräfte etwas schwanden, überraschte wenig. Nach einer langen Reise hatten sie am Samstagmorgen erst etwa um 4 Uhr Ortszeit (Kasachstan ist der MEZ vier Stunden voraus) ihre Hotelzimmer bezogen. Die Mannschaft war am Freitag um 6 Uhr früh in Davos mit dem Car Richtung Kloten aufgebrochen. Kurz nach 10 Uhr hob das Flugzeug Richtung Türkei ab. In Istanbul hatte die Davoser Truppe einen vierstündigen Zwischenhalt, ehe die Flugreise nach Kasachstan weiterging, wo die Mannschaft um 02.30 Uhr Ortszeit landete. Andres Ambühl und Gilles Senn flogen mit demselben Flugplan am Samstag nach. Beide hatten am Freitagabend noch an den Swiss Ice Hockey Awards in Bern teilgenommen, wo Senn als „Youngster of the Year“ und Ambühl als populärster Spieler auf Schweizer Eis (MPP) ausgezeichnet worden waren. HCD-Coach Arno Del Curto setzte Ambühl gegen Barys Astana denn auch nur im Boxplay und Powerplay ein. Und Senn übernahm die Rolle des Ersatztorhüters. Das HCD-Tor hütete Joren van Pottelberghe.

Jetzt drei Spiele innert 55 Stunden

Nach einem Ruhetag am Montag stehen für Davos am internationalen Turnier in Astana nun gleich drei Partien innert drei Tagen gegen drei weitere KHL-Klubs auf dem Programm. Am Dienstagnachmittag treffen die Bündner auf Neftechimik Nischnekamsk, das sein erstes Turnierspiel in Astana gegen Traktor Tscheljabinsk mit 5:4 nach Verlängerung gewann. Am Mittwoch spielt der HCD gegen Admiral Wladiwostok, tags darauf gegen Traktor Tscheljabinsk.