„Heimspiele“ mit Davos in der Fremde

Der neue HCD-Stürmer Fabrice Herzog kommt zu Saisonbeginn zu „Heimspielen“ – allerdings nicht in Davos. In Frauenfeld, wo der HCD am Mittwoch im Schweizer Cup gegen den 1.-Ligisten mit 12:0 gewann, ist Herzog aufgewachsen. Und für die ZSC Lions, bei denen die Bündner heute Abend in Zürich zur Meisterschaft starten, stürmte er während der letzten vier Saisons.

Als Fabrice Herzog Mitte November 2018 beim HCD einen Zweijahresvertrag ab Saison 2019/20 unterschrieb, wollte er eigentlich nach Davos, um unter Arno Del Curto neuen Schub in seiner Entwicklung zu bewirken. Zwei Wochen später gab der Kulttrainer seinen Rücktritt beim HCD bekannt. Jetzt ist zwar Herzog in Davos, nicht mehr hingegen Del Curto. Der Powerflügel ortet darin kein Problem. Den jetzigen HCD-Chefcoach Christian Wohlwend und auch Goalietrainer Peter Mettler kennt er bereits aus der Schweizer Nationalmannschaft. „Für mich passt es auch in dieser Konstellation. Ich habe mich beim HCD und in Davos gut eingelebt“, sagt der Ostschweizer.

Von Toronto gedraftet

Der Frauenfelder durchlief die Nachwuchsabteilung bei den Pikes Oberthurgau. Am 23. November 2012 gab er beim EV Zug als 17-Jähriger sein Debüt in der National League. Sein Talent erkannten auch die Toronto Maple Leafs. Sie zogen Herzog im Juni 2013 im NHL-Draft. Die folgende Saison absolvierte der junge Stürmer in Kanada weitgehend bei den Québec Remparts in einer Juniorenliga. Fünf Partien bestritt er für die Toronto Marlies, das Farmteam der Maple Leafs, in der AHL. Nach einem weiteren Spielzeit bei Zug wechselte Herzog 2015 zu den ZSC Lions. Mit den Zürchern wurde er 2016 Cupsieger und 2018 Schweizer Meister. In der Saison 2016/17 spielte er häufig an der Seite von Supertalent Auston Matthews. In bislang 267 National-League-Partien weist Herzog 49 Treffer und 59 Assists auf.

WM-Held gegen Kanada

Mit der Nationalmannschaft bestritt Herzog bis jetzt 30 Länderspiele. Ins internationale Rampenlicht rückte er an seiner bislang einzigen Weltmeisterschaft 2017 in Paris im Gruppenspiel gegen Kanada. Nachdem die Schweiz nach nur sieben Minuten mit 0:2 zurücklag, erzielte Herzog im Schlussdrittel im Powerplay den Anschlusstreffer. Und in der Verlängerung traf der 1,89 Meter grosse Powerflügel in der 64. Minute backhand zum umjubelten 3:2-Triumph gegen den Favoriten aus Nordamerika. Herzog spielte für die Schweiz auch am Spengler Cup 2017 und an den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang (Südkorea).

Zehn verschiedene Torschützen

Am Mittwoch kehrte Herzog mit dem HCD an seinen Geburtsort Frauenfeld zurück. Die klar favorisierten Davoser liessen im Schweizer Cup gegen den 1.-Ligisten EHC Frauenfeld nichts anbrennen; sie siegten problemlos mit 12:0. Zehn verschiedene Torschützen zeichneten für den Kantersieg verantwortlich. Aarron Palushaj und Samuel Guerra trafen doppelt, Dino Wieser, Fabrice Herzog, Perttu Lindgren, Lukas Stoop, Thierry Bader, Andres Ambühl, Nando Eggenberger und Mattias Tedenby je ein Mal.

Wesentlich schwieriger wird die Aufgabe für den HCD am Freitagabend. Beim Meisterschaftsauftakt gastiert er bei den ZSC Lions im Zürcher Hallenstadion – dort, wo Herzog in den letzten vier Jahren fast täglich ein- und ausging Für die ganze Davoser Mannschaft wird es bei der Premiere von Headcoach Christian Wohlwend und seinem neuen neuen Trainerstaff ein besonderes Spiel, für Herzog eine ganz spezielle Rückkehr für einen Abend. Nicht nur in diesem Match, sondern während der ganzen Saison möchte er „Power ins Davoser Spiel bringen mit Checks, mit Schnelligkeit und mit Zug aufs Tor“, wie er es selber formuliert.