Ich bin müde, aber glücklich

Ausgerechnet Magnus Nygren hat am Dienstagabend im Viertelfinal des Schweizer Cups gegen Bern in der Verlängerung den Siegtreffer zum 4:3 für den HC Davos erzielt. Der Schwede blickte nach dem Spiel allerdings kritisch auf den Match und sein Comeback nach dreimonatiger Verletzungspause zurück.

Dienstagabend, 22.15 Uhr. Magnus Nygren sitzt in der Davoser Eishalle in der HCD-Kabine auf seinem Platz. Der 29-jährige Schwede wirkt abgekämpft. Nicht von ungefähr. „Ich bin müde, aber glücklich“, sagt der Verteidiger und ergänzt selbstkritisch: „Ich zeigte keinen guten Match, ich kann viel besser spielen. Für mich ging es darum, das Spielgefühl wieder zu finden. Ich muss mir Zeit geben, und meine Teamgefährten geben mir diese Zeit auch.“

Erstmals seit gut drei Monaten trug Nygren am Dienstagabend im Cup-Viertelfinal gegen Bern wieder das HCD-Dress. Am 23. August hatte er sich einem internationalen Turnier in Nürnberg im Spiel gegen das Gastgeberteam ohne Fremdeinwirkung das rechte Knie verdreht. Es folgten zuerst ein paar Wochen an Krücken und anschliessend eine lange Zeit der Aufbauarbeit. Nur einmal hatte er der Eishockeyprofi noch länger pausieren müssen. 2014/15 verpasste er bei den Hamilton Bulldogs in Kanada wegen einer Hirnerschütterung fast die ganze Saison. „Es ist hart, monatelang auszufallen“, bemerkt der Verteidiger. „Jetzt brauche ich noch ein paar Spiele, um wieder in Form zu kommen.“

Kein Spiel für die Geschichte

Mit keinem Wort erwähnt Nygren, dass er den HCD nur zehn Minuten zuvor mit seinem Treffer zum 4:3 nach 169 Sekunden in der Verlängerung in den Halbfinal des Schweizer Cups geschossen hat. Den ersten Schuss von Fabrice Herzog parierte Berns Torhüter Pascal Caminada noch. Doch dann spielte Benjamin Baumgarter, der im Powerplay für den HCD zum 2:2 ausgeglichen (47.) und nach Samuel Guerras 3:2 (55.) bei einem Lattenschuss Pech hatte (57.), den Abpraller zurück auf Nygren. Und der Schwede traf über Caminadas Beinschoner zur Entscheidung. Unmittelbar zuvor hatte Nygren noch Glück gehabt, als er von Marc Arcobello überlaufen wurde, der dreifache SCB-Torschütze aber am HCD-Gehäuse vorbeizielte. „Ich bin happy, dass wir die Partie für uns entscheiden konnten. Aber dieser Viertelfinal geht bestimmt nicht in die Geschichte ein; wir zeigten definitiv kein gutes Spiel“, stellt der Schwede kritisch fest.

Spitzenkampf gegen die ZSC Lions

Mit Blick auf den Freitagabend, wenn der HCD in der Meisterschaft in Bern gastiert, bemerkt er: „Wenn wir in Bern so spielen wie im Cup, haben wir absolut keine Chance. Wir müssen uns in jeder Beziehung steigern – ich persönlich auch.“ Mit dem SCB und den ZSC Lions, die am Samstagabend um 19.45 Uhr in Davos antreten, trifft der HCD am Wochenende auf den amtierenden Meister und den aktuellen Tabellenführer. Die Zürcher blamierten sich am Dienstag im Cup-Viertelfinal bei ihrer 3:6-Niederlage gegen das zweitklassige Ajoie. Sie werden im Spitzenkampf gegen den HCD zweifellos mit einer heftigen Reaktion aufwarten.

Nach dem Comeback von Nygren hat HCD-Trainer Christian Wohlwend nun fünf Ausländer – die Verteidiger Nygren und Otso Rantakari sowie die Stürmer Perttu Lindgren, Mattias Tedenby und Aaron Palushaj – zur Verfügung, von denen er pro Spiel nur vier einsetzen darf. Er werde rotieren, so dass es auch Partien geben werde, in denen er je zwei ausländische Abwehrspieler und Angreifer bringen werde, verrät der Coach seinen Fahrplan.

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