Ich musste lange auf mein Comeback hinarbeiten

Nach Operationen an beiden Schultern hat Tino Kessler erst am letzten Mittwoch erstmals in dieser Saison wieder für den HC Davos stürmen können. Der 21-Jährige spricht im Interview über seine Leidenszeit, seine drei ersten Partien nach dem Comeback und seine persönlichen Ziele.

Tino Kessler, Sie erlitten letzte Saison im Januar eine Schulterverletzung. Nach einmonatiger Verletzungspause konnten Sie wieder spielen. Nach der Saison liessen Sie sich operieren. Am letzten Mittwoch gaben Sie im Champions-League-Spiel in Liberec Ihr Comeback beim HCD. Beschreiben Sie doch Ihre Gefühle!

Tino Kessler: Das wirklich sehr schön. Ich musste lange darauf warten und arbeitete lange auf mein Comeback hin. Jetzt bin ich ganz einfach froh, dass ich wieder spielen kann.

Wie erlebten Sie Ihre erste lange Verletzungspause in Ihrer noch jungen Karriere?

Ja, das war wirklich eine lange Zeit. Verletzungspausen sind nun einfach einmal sehr mühsam. Jeder ist lieber auf dem Eis und spielt; schliesslich ist es ja unser Beruf. Aber da muss man einfach durch, wenn man verletzt ist. Man erhält in dieser Zeit aber auch die Chance, vieles zu lernen.

Was konkret?

Im mentalen Bereich lernte ich, überhaupt mit dieser Situation umzugehen. Und bezüglich physischer Kraft sammelte ich viele Erfahrungen. So trainierte ich zum Beispiel die Beine auch während jener Zeit, als ich die Schultern nicht wie gewohnt belasten durfte.

Gab es auch Phasen, während denen Sie sich in einem psychischen Tief bewegten?

Nach der Operation der rechten Schulter befand ich mich im Aufbautraining bereits wieder auf gutem Weg, als ich die linke Schulter ausrenkte. Das war hart, denn ich hatte mich bereits darauf eingestellt, dass ich wieder mit der Mannschaft aufs Eis und mich auf den Saisonstart vorbereiten konnte. Stattdessen musste ich ein zweites Mal unters Messer, was natürlich meinen Saisoneinstand verzögerte.

Dafür feierten Sie ein Comeback nach Mass. Am letzten Mittwoch konnten zwar auch Sie die Niederlage in der Champions League in Liberec nicht verhindern, doch Sie meldeten sich mit dem Treffer zum 3:4 in der Schlussminute zurück.

Lieber hätte ich natürlich mit dem Team gewonnen. Doch der Treffer tat mir persönlich gut. Ein Tor zu schiessen ist immer schön.

Wie erlebten Sie am Freitag in Biel Ihr erstes Meisterschaftsspiel nach dem Comeback?

Wir starteten gut und übernahmen dann ab dem zweiten Drittel auch das Spieldiktat. Da nutzten wir auch unsere Chancen zu einer 2:0-Führung. Sie bildete die Basis für unseren verdienten 3:2-Sieg.

24 Stunden später liess der HCD einen Heimsieg gegen die ZSC Lions folgen.

Wir wussten um das stark besetzte Kader der ZSC Lions. Mit viel Kampfgeist und grosser Spieldisziplin gelang es uns, den Gegner in Schach zu halten. Nach unserer 2:1-Führung spielten wir clever, einfach und sicher. So schafften wir es, dass die Zürcher kaum einmal wirklich gefährlich vor unserem Tor aufkreuzten. Unsere Defensivleistung war sowohl gegen Biel als auch die ZSC Lions insgesamt sehr gut.

Nach der letzten Saison waren Sie zusammen mit Ihrem Teamgefährten Gilles Senn und dem Klotener Serge Weber als Youngster oft he Year im NLA-Eishockey nominiert worden. Der Award ging schliesslich an Senn. Was bedeutete Ihnen diese Nomination?

Es war natürlich schön, dass meine Leistungen beim HCD Schweiz weit Anerkennung fanden. Das freute mich sehr.

Welche persönlichen Ziele haben Sie sich für die laufende Saison gesetzt?

Ich möchte im Team mehr Verantwortung übernehmen und jeden Tag so viel wie möglich dazulernen.

Ich nächstes Spiel werden Sie am Mittwoch gegen Liberec bestreiten. Nachdem sich der HCD in der Champions League nicht mehr für die Achtelfinals qualifizieren kann, geht es nur noch ums Prestige. Wie steigt man als Spieler in einen solchen Match?

Die Marschrichtung wird uns unser Trainer Arno Del Curto vorgeben.

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