Ich will beim HCD die Nummer 1 werden

Sandro Aeschlimann hütet ab nächster Saison das Tor des HCD. Am letzten Dienstag trug der 24-Jährige mit diversen Glanzparaden seinen redlichen Teil zum 5:1-Sieg des EV Zug in Davos bei. Nach dem Match wurde Aeschlimann als bester Spieler seines Teams ausgezeichnet.

Sandro Aeschlimann, wie sahen Sie die Partie zwischen dem HCD und dem EVZ, die mit 5:1 deutlich zu Ihren Gunsten ausging?

Sandro Aeschlimann: Das Resultat täuscht etwas. Die Partie verlief recht ausgeglichen. Die Davoser hatten Torchancen, wir auch. Schliesslich fiel der Puck bei ihnen rein, bei uns nicht. Die Bündner hatten bei zwei Pfostenschüssen auch noch etwas Pech.

Sie werden Ende Saison nach Davos wechseln. Bereits Anfang Januar unterschrieben Sie für zwei Jahre beim HCD. War es für Sie aus dieser Optik speziell, gegen Ihren künftigen Klub zu spielen?

Nein, da ortete ich keinen Unterschied. Ich ging in diese Partie wie in jede andere auch. Ich bereite mich auf jeden Match genau gleich seriös vor, ob ich nun gegen den HCD, die SCL Tigers oder im Cupfinal im Tor stehe. Und während des Spiels konzentrierte ich mich zu 100 Prozent auf meine Aufgabe. Da spielt es keine Rolle, in welchem Stadion es stattfindet.

Weshalb werden Sie zum HCD wechseln? Der EVZ gilt als ernsthafter Meisterkandidat, und mit Zug haben Sie kürzlich den Cupfinal gewonnen. Da wären die kurzfristigen Perspektiven bei den Innerschweizern ja besser!

Beim HC Davos sehe ich die Chance, mir den Platz als erster Torhüter zu erkämpfen. Diese war in Zug nicht vorhanden. Zurzeit erhalte ich beim EVZ mehr Eiszeit als üblich, weil Tobias Stephan wegen einer Beinverletzung pausieren muss. Und für nächste Saison hat Zug bekanntlich Leonardo Genoni verpflichtet. Eine Abwechslung in jungen Jahren tut zudem jedem gut.

Sie bestritten für den EVZ in dieser Saison bereits 15 Meisterschaftsspiele und weisen eine ausgezeichnete Abwehrquote von 93,67 Prozent auf. Insgesamt parierten Sie 385 von 411 Schüssen, die auf Ihr Tor kamen. Nur Berns Leonardo Genoni weist noch einen bessere Durchschnitt auf als Sie!

Ich darf wirklich von einer Top-Saison sprechen. Ich arbeitete in den beiden letzten Jahren sehr, sehr hart, auch im Sommer, mit Simon Pfister, dem Torhütertrainer des EV Zug. Das zahlt sich jetzt aus.

Sie waren kürzlich auch im Cupfinal der sichere Rückhalt, als der EVZ die Rapperswil-Jona Lakers mit 5:1 besiegte. Was bedeutet Ihnen dieser Titel?

Vor dem Final war ich schon etwas nervöser als gewohnt, ich konnte diese Nervosität aber gut wegstecken. Wir wollten diesen Titel unbedingt holen, ist es doch der erste, seit Zug 1998 zum bisher einzigen Mal Schweizer Meister wurde (im Playoff-Final gegen den HCD übrigens, die Red.). Deshalb bedeutet der Cupsieg dem ganzen Klub sehr viel. Aber auch mir persönlich: Es ging in diesem Spiel um viel. Und ich konnte meine Leistung abrufen. Generell glaube ich, dass der Schweizer Cup in unserem Eishockey einen immer grösseren Stellenwert erhält.

Und jetzt werden Sie mit dem EVZ in dieser Saison noch Schweizer Meister…

Das ist das nächste Ziel, das wir anstreben.

Wer nächste Saison gemeinsam mit Ihnen beim HC Davos das Torhüterduo bilden wird, ist noch offen. Haben Sie einen Wunschkandidaten?

Eigentlich nicht. Schlussendlich muss ich mich durchsetzen. Ich möchte spielen und muss besser sein als der andere Torhüter. Ich will der Mannschaft helfen, um Spiele zu gewinnen.

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