Ich will nochmals angreifen

Lukas Stoop weiss, wie der Hase beim HCD läuft. Schliesslich spielte er bereits in jungen Jahren für die Bündner. Nach sechs Saisons bei Kloten ist der gebürtige Stadtzürcher jetzt nach Davos zurückgekehrt – und mit seinen 28 Jahren der zweitälteste Verteidiger beim HCD.

„Es ist wirklich cool, wieder in dieser Kabine sitzen zu dürfen“, sagt Lukas Stoop und strahlt. Für ihn sei es wie eine Heimkehr, meint der Verteidiger. Als 17-Jähriger und grosses Talent hatte Stoop im Frühling 2007 von den GCK Lions zum HCD gewechselt. Er war damals im selben Atemzug wie der gleichaltrige Roman Josi genannt worden. Stoop erkämpfte sich bei Davos bald einen Stammplatz, und er wurde häufig im ersten Block eingesetzt. Den internationalen Durchbruch schaffte er allerdings nicht, weil er in seiner Entwicklung verschiedentlich durch Verletzungen gebremst wurde.

2012 kehrte der Stadtzürcher, der in Oerlikon aufwuchs, zumindest in die Nähe seiner Wurzeln zurück. Stoop unterschrieb zwar nicht im Hallenstadion bei den ZSC Lions, sondern bei den Kloten Flyers einen Dreijahresvertrag, „weil ich einerseits aus Zürich stamme und mir anderseits ein gutes Angebot vorgelegt wurde. Mir wurde auch viel Eiszeit und eine andere Rolle mit mehr Verantwortung offengelegt.“

Stets in Verbindung mit Davos

Nach sechs Jahren bei Kloten, die im letzten Frühling mit dem bitteren Abstieg aus der National League endeten, ist Stoop nun in die ihm noch immer vertraute Kabine in der Vaillant Arena zurückgekehrt. Die Verbindung zum HCD und zu Davos hatte er auch während seiner Zeit bei den „Fliegern“ aufrecht erhalten. Vor allem mit Dino und Marc Wieser blieb er in stetem Kontakt. Und seine langjährige Freundin, die er vor einem Monat heiratete, ist eine Davoserin. „Wir waren immer etwas am Pendeln, wenn wir frei hatten. Uns zog es häufig aus dem Unterland nach Davos; wir haben beide die Berge gern“, bemerkt Stoop.

Del Curto tut mir gut

Ausschlaggebend für die Rückkehr waren für den Eishockeyprofi natürlich sportliche Gründe. „Ich wusste, was mich beim HCD erwartet, auch bezüglich Trainer“, sagt der Verteidiger. Trainer beim Bündner Traditionsklub ist noch immer Arno Del Curto – wie schon während Stoops erster Davoser Zeit zwischen 2007 und 2012. „Del Curto tut mir gut; er kann mich puschen und wird das Maximum aus mir herausholen“, ist Stoop überzeugt. Voller Tatendrang sagt der 1,83 Meter grosse und 88 Kilogramm schwere Abwehrspieler: „Jetzt bin ich 28 Jahre alt. Ich will nochmals angreifen.“

Ich habe ein gutes Gefühl

Erste Eindrücke von seiner neuen Mannschaft hat Stoop anlässlich der beiden internationalen Vorbereitungsturnier in Hradec Kralove (Tschechien) und Riga (Lettland) erhalten. „Der HCD pflegt noch immer ein rechtes Tempo-Eishockey, so wie früher“, stellt er fest. „Das kommt mir entgegen. Ich freue mich, ein solches zielstrebig nach vorne ausgerichtetes Hockey spielen zu dürfen.“ Im Gegensatz zu seiner ersten HCD-Zeit gehört Stoop jetzt zu den Routiniers. Beim Bündner National-League-Klub ist von den gelernten Verteidigern einzig er bald 35-jährige Félicien Du Bois älter. Stoop ist sich um seine Rolle im jungen Team bewusst: „Mir ist klar, dass von mir viel erwartet wird. Ich werde mein Bestes geben und möchte auch die Jungen mitziehen.“ In den bisherigen Testspielen hat Stoop ein „sehr gutes Gefühl“ vom HCD erhalten. Aus seinen Ambitionen macht er kein Geheimnis. „Ich bin nach Davos gekommen, um zu gewinnen und nicht einfach um mitzuspielen.“