Irgendwann fällt der Puck ins Tor

Der HCD hat sich auch im Kellerduell gegen den Tabellenletzten Rapperswil-Jona Lakers schwer getan. Mit dem einzigen Treffer im Penaltyschiessen bescherte Enzo Corvi am Dienstag den Davosern den späten 2:1-Sieg und wenigstens zwei Zähler. Mit gestärkter Moral wollen sie am Freitagabend nun auch im Heimspiel gegen Zug punkten.

Lange, ja sehr lange musste sich der HCD bis zum vierten Saisonsieg und auch im Match gegen die Rapperswil-Jona Lakers selber gedulden. Nach deutlicher Dominanz in der ersten Spielhälfte gerieten die Davoser zu Beginn des Schlussdrittels entgegen dem Spielverlauf gar in Rückstand. Anton Rödin, der auffallendste HCD-Feldspieler in dieser Partie, traf mit einem präzisen Direktschuss nach Pass von Shane Prince im Powerplay knapp fünf Minuten vor Ablauf des dritten Drittels zum 1:1. Nach einer von Davos geprägten, aber erfolglosen Verlängerung brachte erst der zehnte und letzte, von Enzo Corvi verwertete Penalty doch noch einen bittersüssen Sieg.

Ich probiere, mache und tue

Ausgerechnet Corvi traf. Letzte Saison war der Mittelstürmer nicht nur eine der treibenden Kräfte beim HCD gewesen, sondern im Schweizer WM-Silber-Team die Entdeckung schlechthin. In der laufenden Meisterschaft rennt der 25-Jährige jener Topform noch hinterher. „Es läuft mir noch nicht in dieser Saison“, sagt Corvi ohne Umschweife. „Ich probiere, mache und tue. Auch gegen die Lakers hatte ich sieben, acht Schüsse, doch irgendwie will der Puck einfach nicht rein.“ Dennoch wollte der Center am Schluss der Partie in Rapperswil-Jona unbedingt zum Penaltyschiessen antreten. „Ich hatte während des Spiels viele gute Aktionen“, erklärte Corvi im nachhinein. „Deshalb war ich zuversichtlich, dass ich den Penalty reinhauen würde.“

Typisch für den ganzen HCD und Corvi persönlich in dieser Saison war dann aber, dass es auch im Penaltyschiessen nicht ohne Schreckmoment ablief. Nachdem Prince nur den Pfosten getroffen hatte, geriet der Puck bei Corvis Anlauf von der Stockschaufel. Der Stürmer reagierte aber blitzschnell, drehte sich um, improvisierte und demonstrierte seine feine Stocktechnik, indem er die Scheibe doch noch über die Torlinie schob. „Es tut gut, wenn man wieder einmal ein Tor schiessen kann“, kommentierte er seinen Siegtreffer.

Das Karma schlägt irgendwann zurück

Der HCD machte sich das Leben beim Tabellenletzten einmal mehr selber schwer. „Wir spielten im ersten Drittel sehr gut und auch im zweiten gut und hatten viele ausgezeichnete Torchancen, mit denen man eigentlich drei, vier Partien gewinnen könnte. Wir brachten viele Schüsse aufs Tor – gefühlte 45 bis 50 Schüsse“, analysierte Corvi nach Spielende treffend. Gar so viele waren es zwar nicht. Aber immerhin gemäss offizieller Statistik 11:4 im ersten, 11:9 im zweiten, 6:7 im dritten Drittel und 3:0 in der Verlängerung. Dazu beklagten Rödin (12.) und Pestoni (22.) je einen Pfostenschuss. „Wenn man so nahe dran ist und kämpft, schlägt das Karma irgendwann zurück, stellte Corvi nach dem späten Sieg fest. Zu Recht sprach er von einem „verdienten Erfolg in einem Match, in welchem der HCD sehr viel Moral bewies. Wir versuchten auch positiv zu bleiben, als wir in Rückstand gerieten. Irgendwann fällt der Puck ins Tor, irgendwann muss er hereinfallen. Heute war das zum Glück der Fall.“

Jetzt mit Moral gegen den EV Zug

Extrem wichtig sei dieser Sieg für die Moral auch mit Blick auf das Heimspiel vom Freitag gegen den EV Zug gewesen, meinte Corvi. „Abgesehen von insgesamt etwa acht Minuten zeigten wir gegen ‚Rappi‘ einen sehr guten Match. Nun müssen wir gegen Zug gleich weiter spielen, jeden Schuss aufs Tor bringen und versuchen, die Scheibe hereinzuwürgen, auch dreckige Tore machen. Dann kommt es gut“, so der HCD-Matchwinner in Rapperswil-Jona.

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