Kantersieg beim Leader

Das Spiel beim Leader Biel begann denkbar schlecht für den HCD. Nach 19 Sekunden musste Marc Wieser unter die Dusche, in dem folgenden 5-minütigen Powerplay schoss Biel den ersten Treffer. Und als in der 13. Minute Lindbäck einen haltbaren Schuss zum 0:2 passieren liess, sprach so ziemlich alles gegen Davos. Wer zu diesem Zeitpunkt auf einen Kantersieg des HCD gewettet hätte, wäre jetzt wohl Millionär.

Marc Wiesers Aktion im ersten Einsatz war nicht bösartig, aber mindestens dumm. Der Check in den Rücken von Samuel Kreis liess den Schiedsrichtern nicht viel Handlungsspielraum, obwohl sich Kreis auch sehr ungeschickt verhielt. Im folgenden fünfminütigen Überzahlspiel traf Biel zwar "nur" einmal, Davos musste aber knapp acht Minuten später, nach einem haltbaren Weitschuss von Salmela, bereits das zweite Gegengoal entgegennehmen. Und als Chris Egli in der 16. Minute der vermeintliche Anschlusstreffer gelang, nahm Biel-Coach Törmänen seine "Coaches Challenge", weil er ein vorangegangenes Offside vermutete. 

Nun aber hatten die Hockey-Götter endlich wieder einmal Erbarmen mit den Davosern. Als Eglis Goal anerkannt wurde, obwohl Zweifel zumindest angebracht waren, kehrte das Spiel. Erst unmerklich, dann immer offensichtlicher. Der HCD war dem Leader spätestens ab dem 2. Drittel ebenbürtig, kämpfte um jede Scheibe und brachte Biel mit einem aggressiven Forechecking und einer hohen Laufbereitschaft immer wieder in Bedrängnis. Verdienter Lohn dafür waren reihenweise sehenswerte Treffer. Perttu Lindgrens erster Saisontreffer war eine Augenweide (siehe Video), Baranduns Führungstreffer sein erstes NL-Goal und Hischier und Frehner trafen je im Powerplay, was auch nicht alle Tage vorkommt. Dino Wiesers frecher Empty Netter und Dario Meyer (Assist Lindbäck!), nochmals im Überzahlspiel, vollendeten zum krassen Schlussresultat von 7:2. Dazu steigerte sich Goalie Lindbäck im Verlauf des Spiels enorm. Wie er das 2:0 wegsteckte und danach immer sicherer wurde, verdient ebenso Respekt, wie die aufopfernde Defensiv-Leistung der ganzen Mannschaft.

Dino Wieser wollte nach dem Spiel den hohen Sieg nicht überbewerten, bestätigte aber das dieser Abend allen beim HCD gut tut; " Wir wollten diesen Sieg unbedingt und brauchen ihn auch für unsere Moral. Auf dieses Spiel können wir aufbauen, wir haben heute eine paar Sachen gut gemacht, können aber sicher auch noch besser spielen. Wir sind immer noch auf dem 11. Tabellenplatz, wenn wir aber so weiterspielen, sind wir auf dem richtigen Weg." Lindgren war ebenfalls stolz, wie der HCD nach dem 0:2 das Spiel kehrte. Auch er wollte aber keine Prognosen wagen, welche Auswirkungen dieser Sieg auf die nahe Zukunft haben könnte. "Heute freuen wir uns über diesen Sieg, aber im nächsten Spiel sind wir erneut enorm gefordert"

Telegramm: Biel - Davos 2:7 (2:1, 0:2, 0:4).

SR Lemelin/Salonen, Castelli/Cattaneo. - Tore: 5. Riat (Brunner, Earl/Ausschluss Marc Wieser) 1:0. 13. Salmela (Rajala) 2:0. 16. Egli (Kessler, Nygren) 2:1. 21. (20:55) Lindgren (Du Bois, Hischier) 2:2. 36. Barandun (Pestoni, Frehner) 2:3. 48. Hischier (Ausschluss Hügli) 2:4. 50. Frehner (Dino Wieser/Ausschluss Maurer) 2:5. 58. Dino Wieser 2:6 (ins leere Tor). 59. Meyer (Egli, Lindbäck/Ausschluss Lüthi) 2:7. - Strafen: 8mal 2 plus 10 Minuten (Lüthi) gegen Biel, 6mal 2 plus 5 Minuten (Marc Wieser) plus Spieldauer (Marc Wieser) gegen Davos. 

Biel: Paupe; Kreis, Salmela; Dufner, Sataric; Moser, Maurer; Egli, Künzle; Pedretti, Pouliot, Rajala; Brunner, Fuchs, Earl; Riat, Diem, Tschantré; Hügli, Neuenschwander, Lüthi.

Davos: Lindbäck; Du Bois, Jung; Nygren, Barandun; Stoop, Paschoud; Heldner, Buchli; Marc Wieser, Lindgren, Ambühl; Pestoni, Bader, Hischier; Kessler, Egli, Dino Wieser; Frehner, Aeschlimann, Meyer.

Bemerkungen: Biel ohne Fey und Forster, Davos ohne Corvi, Rödin (alle verletzt) und Payr (krank). - Timeout Biel (16./Coach's Challenge). - Lattenschüsse: Earl (29.); Ambühl (29.).

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