Marc Wieser und Gilles Senn als Matchwinner in Lausanne

Der HC Davos hat am Donnerstagabend auch das dritte Playoff-Viertelfinalspiel gegen Lausanne gewonnen. 2:2 lautete das Resultat nach 85 Spielminuten, ehe im Penaltyschiessen Marc Wieser als Einziger traf. Jetzt kann der HCD am Samstag mit einem Heimsieg den Halbfinaleinzug bewerkstelligen.

Nicht weniger als acht Gegentore hatte der HCD in seinen drei ersten Auftritten in dieser Saison in Lausanne total allein im ersten Drittel kassiert, drei davon im ersten Playoff-Viertelfinalspiel am letzten Samstag. Nicht zuletzt deswegen beschritten die Bündner neue Wege. Sie reisten bereits am Mittwochnachmittag in die Westschweiz und waren dann beim Anpfiff prompt auch konzentriert und bereit. Die Partie wies allerdings ein anderes Gesicht auf als die beiden vorangegangenen Playoff-Begegnungen. Sie war nicht mehr von horrendem Tempo und Offensivspektakel geprägt. Taktik und defensive Spieldisziplin rückten in den Vordergrund.

Jörg eröffnete das Skore

Zwingende Torchancen wurden deshalb seltener. Die beste für Davos vergab im Startdrittel Perttu Lindgren bereits nach vier Minuten. Kurz danach schied Tuomo Ruutu verletzt aus. Auch Lausanne hatte nur eine wirklich gute Abschlussmöglichkeit; Harri Pesonen scheiterte aber an Gilles Senn (11.). Der junge HCD-Torhüter klärte auch zu Beginn des Mittelabschnitts souverän gegen Sven Ryser. So dauerte es bis zur 36. Minute, ehe in der Patinoire de Malley erstmals verhaltener Torjubel auf den Zuschauerrängen ertönte. Verhalten deshalb, weil die Davoser in Führung gingen. Dario Simion hatte sich auf der rechten Seite durchgetankt. Seinen idealen Querpass verwertete Mauro Jörg sicher. Der HCD schaffte es allerdings nicht, den knappen Vorsprung in die zweite Pause zu bringen. Joël Genazzi, der treffsicherste Verteidiger im NLA-Eishockey, nutzte das fünfte Lausanner Powerplay mit einem unhaltbaren Weitschuss zum 1:1.

Ineffizientes Davoser Powerplay

Weit weniger gut verhielten sich die Bündner zu Beginn des dritten Drittels im Powerplay. Selbst während 85 Sekunden in doppelter Überzahl erspielten sie sich keine zwingende Torchance. Die Lausanner witterten nun ihre Chance, was Arno Del Curto gar nicht gefiel. Der HCD-Coach nahm sein Timeout, und nur wenige Sekunden später drückte Robert Kousal den Puck unter Cristobal Huets Handschuh durch korrekt zum 2:1 für die Bündner über die Torlinie. Die Freude der Gäste währte jedoch nicht lange. Thomas Dérungs glich knapp zwei Minuten später mit letztem Einsatz das Skore wieder aus (54.). Marc Wieser und Simion waren in der Folge nahe am Siegtreffer, ehe die dritte Pausensirene zur Overtime führte.

Verlängerungen ohne Tore

In der ersten, 20-minütigen Verlängerung, die mit fünf gegen fünf Feldspielern ausgetragen wurde, waren die Bündner mehr am Puck. Zählbares resultierte allerdings auf beiden Seiten nicht. Pech hatte Sciaroni mit einem Pfostenschuss (65.). Gute Chancen für die Davoser verpassten auch Lindgren und Ambühl. So kam es erstmals in der Schweizer Playoff-Geschichte zu einer zweiten, fünfminütigen Verlängerung mit nur noch je drei Feldspielern. Doch auch diese blieb torlos. Unmittelbar vor Ablauf der Spielzeit rettete zunächst Senn gegen Harri Pesonen das 2:2 und dann auf der anderen Seite auch noch Huet gegen Forster.

So musste das Penaltyschiessen die Entscheidung bringen. Und da traf von den je fünf Schützen nur Marc Wieser. Senn krönte seine ausgezeichnete Leistung, indem er sich in der Kurzentscheidung schadlos hielt und dabei die Lausanner Goalgetter Dustin Jeffrey und Pesonen stoppte.

Telegramm: Lausanne – Davos 2:3 (0:0, 1:1, 1:1, 0:0, 0:0) n.P.

7600 Zuschauer (ausverkauft). – SR Massy/Prugger, Borga/Küng.

Tore: 36. Jörg (Simion, Du Bois) 0:1. 39. Genazzi (Trutmann, Schelling/Ausschluss Sciaroni) 1:1. 52. Kousal 1:2. 54. Déruns (Miéville) 2:2.

Penaltyschiessen: Aeschlimann - (gescheitert), Herren - (verschiesst); Ambühl - (scheitert), Harri Pesonen - (scheitert); Kessler - (verschiesst), Jeffrey - (scheitert); Marc Wieser 0:1, Junland - (verschiesst); Simion - (scheitert), Schelling - (verschiesst). - Strafen: je 8mal 2 Minuten

Lausanne: Huet; Gobbi, Fischer; Borlat, Junland; Trutmann, Genazzi; Nodari; Herren, Froidevaux, Harri Pesonen; Danielsson, Jeffrey, Sven Ryser; Lardi, Kneubuehler, Augsburger; Schelling, Miéville, Déruns; Conz.

Davos: Senn; Du Bois, Rahimi; Heldner, Forster; Schneeberger, Paschoud; Jung; Ambühl, Ruutu, Kessler; Marc Wieser, Lindgren, Kousal; Sciaroni, Corvi, Dino Wieser; Simion, Walser, Jörg; Aeschlimann.

Bemerkungen: Lausanne ohne Antonietti, Savary, Walsky (beide verletzt), Ledin und Hovinen (überzählige Ausländer), Davos ohne Axelsson, Egli, Spylo (alle verletzt) und Forrer (überzählig.). 7. Ruutu verletzt ausgeschieden. 17. Danielsson verletzt ausgeschieden. 52. Timeout Davos. 65. Pfostenschuss Sciaroni.

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