Meet the Junior - Nils Ludwig

6.3.2026, 17:00

Das Pee-Wee-Turnier in Kanada ist DAS Juniorenturnier auf internationaler Bühne. Der HC Davos war im Februar zum zweiten Mal mit einer Auswahl von 15 Feldspielern und zwei Torhütern dabei. Einer davon war Nils Ludwig. Der gebürtige Churer spielt seit zwei Jahren in Davos, stand als Vierjähriger zum ersten Mal auf dem Eis und nimmt uns in der neuesten Folge von "Meet the Junior" mit ans Turnier, das vom 11. bis 22. Februar stattfand.
 
Ein aufgeschlossener Sechstklässler sitzt vor einem, wenn man mit Nils Ludwig spricht. Wir treffen ihn eine Woche vor dem Abflug nach Kanada. Zuvor steht für ihn jedoch noch ein anderer, wichtiger und wegweisender Tag an – die Aufnahmeprüfung für die Talentklasse. «Ich bin nervös, ja. Wenn ich bestehe, bedeutet das, dass ich mich stärker auf den Sport konzentrieren kann, als wenn ich in die normale Oberstufe gehe.» Und genau das ist Nils’ Ziel: sich auf den Sport zu fokussieren. 

Der Traum? Profi werden! 

Torhüter wurde er, weil er als Dreijähriger bei einem Plauschmatch gesehen hat, wie sein Vater einen Shutout feierte. «Das wollte ich auch.»
Entsprechend viel trainiert Nils. Angefangen hat er in der Hockeyschule in Chur, inzwischen spielt und trainiert er in Davos: viermal pro Woche Training, am Samstag Match. Fast immer dabei ist sein Vater, der als Goalie-Trainer im HCD-Nachwuchs tätig ist. Nils’ drei Jahre älterer Bruder spielt Unihockey. Das Familienleben der Ludwigs ist entsprechend stark vom sportlichen Engagement der und für die Söhne geprägt. «Ohne ein klares Bekenntnis dazu geht es nicht», sagt Marco «Luda» Ludwig – Nils’ Vater, der neben ihm sitzt. Dieses Bekenntnis bedeutet für die Familie, ein Modell zu leben, das an eine Patchwork-Konstellation erinnert: Zwei Familien, deren Kinder Eishockey spielen und nicht in Davos wohnen, haben sich zusammengeschlossen. «Mein Vater ist immer in Davos. Am Dienstagabend und Mittwochmittag kocht die Mutter meines Mitbewohners. Am Donnerstag oder Freitag dann dessen Vater. Meine Mutter sehe ich am Wochenende – oder wenn sie mal nach Davos kommt.» Auch in Kanada wird Nils Vater dabei sein - als Vater und Teil des Staffs. Die Doppelrolle sei nicht immer einfach, meint Marco, aber verlaufe zum grossen Teil ohne Reibungen. 

Kanada kann kommen

Nils ist glücklich, dass er es ins Pee-Wee-Team geschafft hat. «In der Zeit der Auswahl lief es mir gerade nicht so gut.» Ob er am Turnier tatsächlich zum Einsatz kommt, wird sich erst vor Ort zeigen. Durch die mehrteilige Dokumentation von RTR über das letztjährige Team weiss Nils zumindest schon ein wenig, was ihn erwartet. «Ich bin ziemlich gespannt darauf, das jetzt selbst zu erleben.» Gefragt nach seinen Vorbildern, nennt er Leonardo Genoni. Besonders gefällt ihm die Ruhe, die sein 24 Jahre älteres Vorbild ausstrahlt. «Das ist so cool.»

Dass es viel Arbeit und auch das nötige Glück braucht, um den ganz grossen Schritt zum Profi zu schaffen, scheint Nils bewusst zu sein. «In einem Team haben nur die zwei besten Torhüter Platz. Das heisst, man muss hart arbeiten – härter als alle anderen.» Unabhängig davon, wie Nils’ Weg weitergeht – ob er die Aufnahmeprüfung für die Talentklasse besteht und ob es für ganz nach oben reicht oder nicht – dürfte die Teilnahme am Pee-Wee-Turnier ein unvergessliches Erlebnis bleiben.

Impressionen davon gibt's im Video.