Meist in der Barys Arena, selten in der Stadt

28 Stunden nach dem 4:0-Sieg gegen Admiral Wladiwostok hat der HC Davos am Donnerstag sein viertes Spiel am internationalen Eishockeyturnier in Astana (Kasachstan) gegen Traktor Tscheljabinsk mit 1:3 verloren. Bereits nach dem Startdrittel lagen die Bündner entscheidend mit 0:3 zurück.

Der HC Davos braucht sich vor den Mannschaften der russisch geprägten Kontinental Hockey League (KHL) wahrlich nicht zu verstecken. Nach der knappen 2:4-Niederlage am Sonntag gegen Gastgeber Barys Astana (bis 132 Sekunden vor Schluss stand es noch 2:2) verloren die Bündner am Dienstag auch ihre zweite Partie gegen Neftechimik Nischnekampsk unglücklich mit 3:4 wegen eines Gegentreffers im Boxplay elf Sekunden vor Spielende. Am Mittwoch liess das Team von Arno Del Curto beim 4:0-Erfolg gegen Admiral Wladiwostok dann aber nichts mehr anbrennen. Tags darauf verschliefen die Davoser gegen Traktor Tscheljabinsk den Start. Während der Gegner am Vortag spielfrei war, bestritten die Bündner gegen Tscheljabinsk ihre dritte Partie innert drei Tagen. Gleichwohl liessen sie sich nicht vorführen, im Gegenteil. Nach dem frühen 0:3-Rückstand stellten sie sich immer besser auf ihren Kontrahenten ein. In der Offensive waren die Davoser allerdings zu harmlos. Einzig Robert Kousal verwertete im einzigen Davoser Powerplay einen Abpraller nach einem Schuss von Andres Ambühl.

Internationale Luft schnuppern

Die Expedition des HC Davos nach Kasachstan erfüllt ihren Zweck. Die Bündner spielen gegen gute Gegner. Und Del Curto nutzt die ganze Breite seines Kaders, damit vor allem auch die jungen Spieler wertvolle internationale Erfahrungen sammeln können. So standen gegen Neftechimik Nischnekamsk mit Davyd Barandun, Dominic Buchli, Nando Eggenberger, Ken Jäger und Jerome Portmann nicht weniger als fünf Junioren im Einsatz. Für die Tore sorgten allerdings die Routinier. Broc Little traf nach Vorarbeit von Noah Schneeberger zum 1:1 (19.), Kousal schoss den HCD auf Pass von Ambühl mit 2:1 in Führung (27.), und Dino Wieser glich nach Zuspiel von Simon Kindschi zum 3:3 aus (54.). Zum Verhängnis wurden den Davosern jedoch ihre zum Teil unnötigen Strafen. Nischnekamsk erzielte mit Ausnahme des Führungstreffers nach nur 66 Sekunden seine Tore allesamt im Powerplay, so auch den entscheidenden elf Sekunden vor Spielende.

Hattrick von Dario Simion

Dario Simion und Mauro Jörg pausierten gegen Nischnekamsk. Das zahlte sich 24 Stunden später gegen Admiral Wladiwostok aus. Denn die Beiden bildeten gemeinsam mit Samuel Walser eine Sturmlinie, welche die Russen nicht in den Griff bekamen. Simion demonstrierte seine Goalgetterqualitäten mit drei Toren, zudem traf Marc Wieser. Das Schlussresultat stand bereits nach zwei Dritteln fest. Stark trumpfte auch Torhüter Joren van Pottelberghe mit einem Shutout auf.

Das intensive Programm, in welchem sich die Spiele Schlag auf Schlag folgen, vergleicht HCD-Sportchef-Assistent Sandro Rizzi mit jenem am Spengler Cup. Etwas Zeit, sich in Kasachstans Hauptstadt Astana, die gut 800’000 Einwohner aufweist, umzuschauen, blieb den Davosern bisher nur am spielfreien Montag. Auffallend seien viele schöne, moderne Bauten, sagt Rizzi.

Eine moderne Mehrzweck-Arena

In dieses Bild passt auch die Barys Arena, wo zurzeit der „Cup of the President of the Republic of Kazakhstan“ mit dem HCD und fünf KHL-Klubs ausgetragen wird. Sie ist als Mehrzweckhalle konzipiert und wurde 2015 eröffnet. Die Barys Arena bietet den Besuchern zu Eishockeyspielen 12’000 Sitzplätze (inklusive 744 VIP-Plätzen!) und umfasst auch einen Trainingsrink. Neben Eishockey lässt sich die Arena auch für Sportarten wie Basketball, Volleyball oder Boxen, aber auch für Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen nutzen. Zum Komplex gehört unter anderem eine Hockey-Academy, eine Schwimmhalle mit 50-Meter-Becken und zehn Bahnen, ein Sprungbecken für Kunst- und Turmspringen sowie ein Becken für Synchronschwimmen.

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