Mir ist klar, dass das nicht einfach wird

Nach dem Länderspiel gegen Kanada am nächsten Dienstagabend in Genf bestimmt der Schweizer Nationalcoach Patrick Fischer sein Kader für die Eishockey-WM. Der 23-jährige HCD-Verteidiger Claude-Curdin Paschoud hofft, dass er in Paris dabei sein wird.

Claude-Curdin Paschoud, seit drei Wochen befinden Sie sich mit der Eishockey-Nationalmannschaft in der WM-Vorbereitung. Wie erleben Sie diese Zeit?

Claude-Curdin Paschoud: Ich freue mich auf jeden Tag, den ich im Nationalteam verbringen darf. Ich versuche täglich dazuzulernen und mich für eine WM-Selektion aufzudrängen. Mir ist klar, dass das nicht einfach wird. Aber ich nehme Tag für Tag und gebe mein Bestes.

Nationalcoach Patrick Fischer bestimmt sein WM-Kader am Dienstagabend nach dem Länderspiel gegen Kanada. Sie sind der jüngste Verteidiger im Schweizer Team, haben noch keine zehn Länderspiele auf dem Buckel und sind folglich bezüglich WM-Tickets ein Wackelkandidat. Wie gehen Sie damit um?

Ich bin mir dieser Situation bewusst, versuche aber, nicht viel darüber nachzudenken. Ich probiere in jedem Training und jedem Match, mein Leistungspotenzial abzurufen. Alles andere kann ich nicht beeinflussen. Das müssen die Trainer entscheiden.

Die Nationalmannschaft hat mit Tommy Albelin auf diese Saison hin einen speziellen Verteidiger-Trainer engagiert. Der Schwede absolvierte früher selber als Abwehrspieler mehr als 1000 Partien in der National Hockey League. Was können Sie von ihm lernen?

Wir Verteidiger betreiben mit Tommy Albelin häufig Video-Studium. Er bringt uns viel bei, zum Beispiel wie man mit dem Eishockeystock richtig arbeitet, Oder er gibt uns Tipps fürs Positionsspiel bei fünf gegen fünf Feldspielern, aber auch im Boxplay. Solche Ratschläge helfen mir, ein besserer Eishockeyspieler zu werden. Ich bemühe mich, diese Chance so gut wie möglich zu nutzen.

Ist die Umstellung für Sie von Ihrem gewohnten Spiel beim HC Davos zur Spielanlage und Taktik im Nationalteam gross?

Es ist schon etwas anders. Erstens geht es international körperlich mehr zur Sache, und zweitens ist das Spielsystem anders. Arno Del Curto will beim HCD, dass wir immer schnell spielen und rasch von der Defensive in die Offensive umschalten. In Nationalteam wird bei der Angriffsauslösung ab und zu abgewartet und kontrollierter gespielt. Diesbezüglich musste ich mich im Nationalteam anpassen. Aber mittlerweile komme ich gut damit zurecht.

Sie zeigten beim HCD insgesamt eine sehr gute Saison. Betrachten Sie es nun als Krönung, dass Sie jetzt um einen WM-Platz kämpfen können?

Der Telefonanruf von Nationalcoach Patrick Fischer kam für mich etwas überraschend. Ich rechnete nicht unbedingt damit. Mich freut es natürlich. Es ist immer etwas Spezielles, für die Schweiz spielen zu dürfen – für mich vor allem auch, weil ich noch so jung bin. Ich sehe nur positive Aspekte, die ich im Nationalteam erfahren kann.

Haben Sie eine konkrete Erklärung für Ihre Leistungssteigerung in dieser Saison?

Das ist schwierig. Ich begann die Saison nicht besonders stark, fühlte mich danach aber immer besser. Ab Dezember, Januar versuchte ich, mehr Verantwortung zu übernehmen. Konkrete Momente oder Punkte für meine Leistungssteigerung weiss ich jedoch nicht zu nennen.

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