Missglückte Expedition ins verschneite Tessin

Der HCD ist am Freitagabend gegen einen entschlossen auftretenden HC Lugano chancenlos geblieben. Bereits nach sieben Minuten lagen die Davoser mit 0:2 zurück. Schliesslich blieben sie bei der 0:4-Niederlage zum sechsten Mal in der laufenden Meisterschaft ohne Torerfolg.

Beim HCD gab Magnus Nygren sein Comeback, was zu einem Novum führte: Erstmals überhaupt trat Davos mit zwei ausländischen Verteidigern an (Nygren und Kundratek). Nygren hatte am 29. Dezember im Spengler-Cup-Viertelfinal gegen Trinec einen Fussbruch erlitten, und Kundratek war erst am 10. Januar verpflichtet worden. Mit Sven Jung meldete sich beim HCD fürs Lugano-Spiel ein weiterer Verteidiger zurück. Im Angriff bildeten die beiden Ausländer Perttu Lindgren und Anton Rödin zusammen mit Inti Pestoni eine Sturmreihe. Da pro Spiel auf dem Matchblatt nur vier Ausländer aufgeführt werden dürfen, war Goalie Anders Lindbäck überzählig. Das HCD-Tor hütete Gilles Senn. Als Ersatzkeeper reiste Vincent Sauter mit der Mannschaft ins Tessin.

Die Davoser begannen die Partie gegen die druckvoll angreifenden Luganesi sehr schlecht. Nach nur 25 Sekunden musste Senn den allein auf ihn zustürmenden Julien Vauclair stoppen. Und in der nächsten Minute vereitelte der HCD-Torhüter eine Riesenchance von Linus Klasen. Nach nur 127 Spielsekunden musste sich Senn dann aber gegen Luca Fazzini geschlagen geben. Pech hatte kurz danach Marc Wieser bei einem Lattenschuss. Sonst diktierten aber die Platzherren das Spielgeschehen. Die logische Folge zwar das 2:0 von Dario Bürgler (7.) nach glänzender Vorarbeit von Klasen. Wie druckvoll die Luganesi in den ersten 20 Minuten agierten, dokumentierte das Schussverhältnis von 17:7. Weitere sieben Schüsse blockten Davoser Feldspieler. 

An der Spielkonstellation änderte sich auch im Mittelabschnitt nichts. Selbst während des ersten Davoser Powerplays hatte Lugano die beste Tormöglichkeit. Maxim Lapierre scheiterte aber bei seinem Konter an Senn. Die Bündner hatten es auch sonst ihrem Torhüter zu verdanken, dass sie nicht deutlicher in Rückstand gerieten. In der Offensive taten sich die Davoser weiterhin schwer. Auch im zweiten Drittel brachten sie nur sieben Schüsse auf das Tor von Elvis Merzlikins. 

Wie wenig beim HCD zusammenpasste, offenbarte auch das zweite Powerplay, in welchem sich die Bündner keine zwingende Torchance erarbeiteten. Es passte ins Bild dieses verunglückten Auftritts, dass Sven Jung den Puck beim 0:3 durch Stefan Ulmer ins eigene Tor ablenkte. Die Bündner bäumten sich im Schlussdrittel zwar etwas auf, zwei Pfostenschüsse von Thierry Bader (52.) und Anton Rödin (59.) blieben jedoch die erfolglose Ausbeute.

Gelegenheit zur Wiedergutmachung erhalten die Davoser bereits am Samstagabend. Um 19.45 Uhr empfangen sie in der Vaillant Arena den HC Fribourg-Gottéron. Die Freiburger siegten am Freitagabend zuhause gegen Genf-Servette nach einem 0:2-Rückstand nach dem Startdrittel noch mit 5:3.

Lugano - Davos 4:0 (2:0, 0:0, 2:0)

6034 Zuschauer. - Dipietro/Koch, Castelli/Kehrli.

Tore: 3.Fazzini (Lapierre, Klasen) 1:0., 7. Bürgler (Klasen, Lajunen) 2:0., 46. Ulmer (Lajunen, Vauclair) 3:0., 58. Bürgler (Lajunen, Chiesa) 4:0. - Strafen: je 5mal 2 Minuten.

Lugano: Merzlikins; Ronchetti, Chorney; Ulmer, Vauclair; Chiesa, Riva; Jecker; Lapierre, Sannitz, Hofmann; Bürgler, Lajunen, Klasen; Bertaggia, Morini, Jörg; Fazzini, Romanenghi, Haussner.  

Davos: Senn; Du Bois, Heinen; Heldner, Kundratek; Barandun, Nygren; Jung; Marc Wieser, Corvi, Ambühl; Rödin, Lindgren, Pestoni; Hischier, Bader, Meyer; Kessler, Aeschlimann, Frehner.

Bemerkungen: Lugano ohne Wellinger, Reuille, Loeffel, Walker, Cunti, Vedova (verletzt) und Haapala (überzähliger Ausländer).
Davos ohne Sandell, Dino Wieser, Paschoud, Stoop (alle verletzt), Lindbäck (überzähliger Ausländer) und Egli (krank).

Bemerkungen: 1. Sannitz verletzt ausgeschieden. - Pfostenschüsse: 1.Vauclair, 4. Marc Wieser, 53. Bader, 59. Rödin. - Timeout Davos (37.).

Kommentare