Mit 22 zurzeit der drittälteste HCD-Verteidiger

Mit erst 22 Jahren gehört Fabian Heldner zurzeit bereits zu den Routiniers in der ausgedünnten Davoser Verteidigung. In dieser spielt seit ein paar Wochen auch sein Cousin, der 18-jährige Oliver Heinen. Heldner wird den HCD Ende Saison verlassen.

Magnus Nygren, Lukas Stoop, Claude-Curdin Paschoud, Sven Jung, Julian Payr – nein, das ist nicht ein Teil der HCD-Aufstellung aus dem Match vom Dienstagabend gegen Ambri. Diese fünf Verteidiger fehlten allesamt, weil sie verletzt, krank (Payr) oder gesperrt (Jung) waren. Der Personalnotstand in der Abwehr zwang HCD-Coach Harijs Witolinsch, mit nur sechs Abwehrspielern in die Leventina zu reisen. Von den sechs eingesetzten Verteidigern war der erst 22-jährige Fabian Heldner der drittälteste nach Félicien Du Bois (35) und Tomas Kundratek (29). Trotz seines noch fast jugendlichen Alters gehört Heldner mit 206 NLA-Partien für den HCD bereits zu den Routiniers. Die aktuelle Verteidigernot ist aber auch für den gebürtigen Walliser ungewohnt. „Mehr Eiszeit, aber auch mehr Verantwortung“, bringt er es auf den Punkt. Natürlich spiele jeder Eishockeyprofi gerne viel, doch das Programm sei in letzter Zeit mit Spengler Cup und seither in der Regel drei Meisterschaftspartien pro Woche schon intensiv.

Gemeinsam mit dem Cousin in der Abwehr

Beklagen mag sich der 1,93 Meter grosse und 95 Kilogramm schwere Verteidiger, der sich auffallend oft furchtlos in gegnerische Schüsse wirft, nicht. Genau so wenig, dass die halbe HCD-Abwehr zurzeit aus Nachwuchsspielern besteht. „Die Jungen machen es gut“, lobt er. Zu diesen gehört auch der 18-jährige Oliver Heinen, ein Cousin von Heldner, den er im Sommer 2016 ermutigt hatte, von den Elite-Junioren des EHC Visp nach Davos zu wechseln. „Es ist cool, dass wir jetzt teilweise gar ein Verteidigerpaar in der ersten Mannschaft des HCD bilden“, sagt Heldner. „Ich hatte immer gehofft, dass es dazu kommt. Oliver macht es super. Er kann das Spiel mit der Scheibe schon bemerkenswert gut lesen und bewahrt mit dem Puck Ruhe. Ich war erstaunt, als ich ihn bei seiner NLA-Premiere sah.“

Die 2:4-Niederlage am Dienstagabend in Ambri konnten aber auch Heldner und Heinen nicht verpflichten. Nach 21 Spielminuten lagen die Davoser bereits mit 0:3 zurück. Perttu Lindgren brachte die Bündner mit zwei Treffern danach zurück ins Spiel, der energische Offensivdrang im Schlussdrittel führte jedoch nicht zum Ausgleich. „Wir haben extrem Mühe, ins Spiel zu finden und verschlafen häufig das Startdrittel“, konstatiert Heldner, ohne eine Erklärung zu finden. Speziell war das Einlaufen in Ambri allerdings gleichwohl, aber für alle Spieler. In der Valascia-Eishalle zeigte das Thermometer -6 Grad an – nicht an der Aussenwand, sondern innen! Als er zum Einlaufen aufs Eis getreten sei, sei er fast ein wenig erschrocken, erzählt Heldner. Während der Partie sei er dennoch ins Schwitzen geraten, so dass er die eisigen Luftverhältnisse weniger gespürt habe.

Das geht nicht spurlos vorbei

Viel mehr als der „Kühlschrank Valascia“ kümmert Heldner die Tabellenlage des HCD. Seit 2014 verteidigt er für Davos. Die aktuelle Situation im Keller der National League ist für die ganze Mannschaft neu. Es sei mental eine Herausforderung, die jeden Spieler beschäftigt, sagt Heldner. „Wir sind Profis und müssen damit umgehen können. Aber wir sind auch Menschen und keine Roboter. Das geht nicht spurlos vorbei.“ In der HCD-Defensive habe sich in den letzten Wochen etwas Stabilität entwickelt. „Trotzdem verlieren wir zu oft. Das hat mit unserer fehlenden Konstanz in den einzelnen Partien zu tun. Ja, wir haben schon noch ein paar Baustellen“, so Heldner. Mit Blick aufs Heimspiel vom Sonntagnachmittag gegen die SCL Tigers bemerkt er: „Wir müssen vom ersten Bully an bereit sein, die defensive Stabilität beibehalten und einzelne individuelle Aussetzer vermeiden, wenn wir punkten wollen.“

Ich brauche eine Luftveränderung

Für Heldner ist es selbstverständlich, dass er sich in jedem Match für Davos zerreissen will, obwohl bereits feststeht, dass er den HCD Ende Saison verlassen wird. „Mir gefällt es in Davos“, versichert der 22-Jährige glaubhaft. „Und ich habe mir das Ganze lange und gründlich überlegt. Ich habe das Gefühl, dass ich eine Luftveränderung brauche. Mit einem Klubwechsel erhoffe ich mir in meiner Entwicklung den nächsten Schritt.“ Für wen Heldner nächste Saison verteidigen wird, verrät er noch nicht. In der Gerüchteküche wurden schon Lausanne, aber auch Lugano, Biel und Fribourg genannt.

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