Mit Aufbruchstimmung Richtung Playoffs

Beim HC Davos hat die Stimmung gedreht. Nach der verkorksten letzten Saison mit dem Gang ins Playout herrscht unter der neuen Trainercrew, angeführt vom neuen Headcoach Christian Wohlwend, Aufbruchstimmung. Das Erreichen der Playoffs lautet das Ziel. Der HCD startet am nächsten Freitag in Zürich gegen die ZSC Lions zur Meisterschaft.

Auf der Südseite des Davoser Eisstadions wird noch kräftig gehämmert und gezimmert. Plangemäss wird der HCD sein erstes Meisterschafts-Heimspiel erst am 18. Oktober (gegen den EHC Biel) austragen. Eine andere Baustelle ist hingegen beseitigt. Die sportliche Organisation des Traditionsklub hat zeitgemässe, neue Strukturen erhalten. Sie wurde auch personell rundum neu bestückt. Cheftrainer Christian Wohlwend steht ein ganzer kompetenter Helferstab zur Verfügung. Um die Defensive inklusive Boxplay kümmert sich mit dem Finnen Waltteri Immonen der frühere Abwehrturm von Jokerit Helsinki. Für die Offensive und das Powerplay ist der Schwede Johan Lundskog zuständig. In gleicher Funktion trug er letzte Saison beim schwedischen Vorzeigeklub Frölunda seinen redlichen Teil zum Double bei, dem Gewinn der Landesmeisterschaft und der Champions League. Speziell um die HCD-Torhüter kümmert sich Peter Mettler. Off-Ice-Coach Steven Lingenhag und sein Assistent Pierre Gutknecht sorgen bereits seit Ende April dafür, dass sich die Davoser Spieler in einer besseren physischen Verfassung als letzte Saison befinden.

Drei neue Ausländer

Neu sind beim HCD auch drei ausländische Spieler. Stürmer Aaron Palushaj gilt als „Knipser“. Der 30-jährige Amerikaner mit albanischen Wurzeln demonstrierte seine Torgefährlichkeit in den letzten beiden Jahren in der obersten schwedischen Liga und zuvor in der russisch geprägten Kontinental Hockey League (KHL). Durchaus für Schlagzeilen könnte in der National League auch der 29-jährige Mattias Tedenby sorgen.

Der zwar nur 1,77 Zentimeter grossen und 79 Kilogram leichte Schwede gilt aufgrund seines Antritts und seines Tempos als spektakulärer, torgefährlicher Stürmer mit einem guten Auge fürs Spiel. Gezwungenermassen befindet sich HCD-Sportchef Raeto Raffainer zurzeit auf der Suche nach einem ausländischen Verteidiger. Magnus Nygren fällt wegen Bänderrissen im linken Knie, die er in einem Testspiel in Nürnberg erlitt, für drei Monate aus. Die Davoser Ausländersektion komplettiert der bewährte Center Perttu Lindgren.

Neue Aufbruchstimmung

HCD-Captain Andres Ambühl ortet in der Mannschaft Aufbruchstimmung. „Wir wollen beweisen, dass die letzte Saison ein Aussetzer war“, sagt der Ur-Davoser unmissverständlich. Unter dem neuen Trainerstaff gebe es „viel Neues. Jeder Spieler hat Freude zu lernen, jeder saugt sich mit Informationen auf.“ Zur Förderung des Teamgeists unternahm die komplette Mannschaft inklusive Trainerstaff gezielte Teambuilding-Aktionen. Während eines dreitägigen Camps in Partnun hinter St. Antönien stieg sie durch den Klettersteig auf die 2818 Meter über Meer gelegene Sulzfluh in der Rätikonkette.

Aufwärts soll es auch wieder auf dem Eis gehen. Wohlwend nennt das Erreichen der Playoffs als Saisonziel. Im eng zusammengerückten Feld der National-League-Klubs wird dieses Unterfangen allerdings nicht zum Selbstläufer. Mitentscheidend wird sein, wie sich die beiden Torhüter Sandro Aeschlimann (von EV Zug) und Joren van Pottelberghe (letzte Saison vom HCD an Kloten ausgeliehen) entwickeln. Nach drei „Lehrjahren“ gibt Samuel Guerra als gereifter Leader sein Comeback in Davos. Aus Ambri wechselte mit Lorenz Kienzle ein weiterer erfahrener Verteidiger zum HCD. Und von den ZSC Lions kam der 30-fache Internationale Fabrice Herzog. Der 24-jährige Powerflügel erhofft sich durch diesen Transfer in seiner Entwicklung den nächsten Schritt. Zu den Trümpfen des HCD dürfte das breite Kader zählen.

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