Nach Del Curtos Analyse in Liberec die Vorgaben erfüllt

Der HC Davos hat sich im Hinspiel der Champions-League-Achtelfinals in eine ausgezeichnete Ausgangslage gebracht. Die Bündner siegten am Dienstagabend in Tschechien gegen Bili Tygri Liberec mit 5:3.

Liberec sei ein schlaues Team mit einem starken Konterspiel, und die Tschechen würden gleich vom ersten Puckeinwurf an kommen «wie die Affen», hatte HCD-Coach Arno Del Curto seine Spieler bei der Matchvorbereitung gewarnt und mit einem Lächeln ergänzt. «Umso idealer wäre es natürlich, wenn wir den Führungstreffer erzielten könnten.»

Die Analyse des Davoser Übungsleiters passte, und seine Schützlinge erfüllten im gar seinen Wunsch. Liberec wirbelte in der Anfangsphase in der Davoser Defensive. Da brauchte es mehrmals Torhüter Leonardo Genoni, der wie gewohnt eine sehr starke Leistung zeigte, als Retter. Doch dann demonstrierte Andres Ambühl entschlossenes Durchsetzungsvermögen. Nach einem Querpass von Dino Wieser behauptete sich der HCD-Captain gegen drei Gegenspieler, ehe er backhand einschoss. Darauf demonstrierten die Bündner ihre Konterstärke auch in Tschechien. Dario Simion schloss einen schnellen Konter vor der Hälfte des Startdrittels mit dem 2:0 ab. Auf Branko Radivojevics Anschlusstreffer antwortete Dino Wieser noch vor der ersten Pause mit dem dritten Davoser Treffer.

Als Marcus Paulsson nach 28 Minuten den Vorsprung weiter erhöhte, schienen die Davoser gar einen Kantersieg anzusteuern. Danach schlich sich jedoch wie in mehreren Meisterschaftsspielen eine gewisse Passivität in ihrem Spiel ein – oder wie Del Curto später ergänzte: «Da wollten meine Spieler nur noch geile Pässe spielen, statt den Druck und Zug aufs Tor aufrechtzuerhalten.» Doch das sei in der Champions League besonders gefährlich, «denn da zählt jedes Tor; der Gegner resigniert nie.» Das beste Beispiel lieferte Michal Repik mit dem dritten Liberec-Treffer in der Schlussminute, nachdem Ambühl mit seinem zweiten Goal auf 5:2 für den HCD vorgelegt hatte.

Dieser Gegentreffer änderte aber nichts mehr an Del Curtos Zufriedenheit. Der HCD-Coach sprach von einem «geilen Match beider Mannschaften mit viel Tempo und hartem Körpereinsatz. Meine Spieler haben eine Superleistung geliefert. Jetzt haben wir eine Chance auf den Vorstoss in die Viertelfinals.»

Unmittelbar nach dem Match verabschiedeten sich drei HCD-Spieler vom Team. Die beiden Stürmer Dick Axelsson und Marcus Paulsson reisten per Taxi nach Prag, von wo sie heute nach Schweden fliegen. Axelsson bestreitet mit dem Nationalteam den Karjala Cup in Helsinki gegen Tschechien, Finnland und Schweden. Paulsson erhält einen kurzen Heimaturlaub, um seine Familie treffen zu können. HCD-Verteidiger Jan Brejcak fuhr gemeinsam mit Liberecs Stürmer Martin Bakos in dessen Auto nach Bratislava zum Zusammenzug des slowakischen Nationalteams, das ab Freitag am Deutschland Cup in Augsburg teilnimmt. Rechtzeitig zum Champions-League-Rückspiel vom nächsten Dienstag werden alle in Davos zurückerwartet.

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