Nicht nur „Mister Schweizer Cup“

Mit dem EV Zug hat Sandro Aeschlimann letzte Saison den Schweizer Cup gewonnen. Und am vergangenen Sonntag hexte der Torhüter den HCD beim 2:1-Sieg nach Penaltyschiessen gegen Lugano in den Viertelfinal. „Ich sehe in Davos eine Chance wie nirgendwo anders“, sagt der 24-Jährige.

Dario Bürgler, Alessio Bertaggia, Linus Klasen, Reto Suri und im zweiten Anlauf auch Luca Fazzini – so hiessen die fünf Stürmer des HC Lugano, die am Sonntag im Penaltyschiessen an Sandro Aeschlimann scheiterten. Dank diesen Glanztaten des Torhüters und weil Stürmer Andres Ambühl sowohl im Spiel als danach gar zwei Mal im Penaltyschiessen traf, gewann der HCD das Cup-Achtelfinalspiel gegen die Tessiner im 2:1. Für Aeschlimann war es kein einfacher Nachmittag, gerade weil Davos die Partie dominierte und der Goalie während der Partie relativ wenig zu tun hatte. „Natürlich ist es einfacher, sich im Spiel zu halten, wenn man häufig beschäftigt ist. Aber ich versuche immer, meine Konzentration zwei Stunden lang oder anders ausgedrückt während 60 oder auch 65 Spielminuten hochzuhalten“, meint der 24-Jährige dazu.

Der Schweizer Cup und Sandro Aeschlimann – das passt. Letzte Saison hatte er, damals noch als Torhüter des EV Zug, im Final zwischen den Pfosten gestanden, als sich die Innerschweizer mit einem klaren 5:1-Triumph gegen die Rapperswil-Jona Lakers den Pokal sicherten. Als „Mister Schweizer Cup“ will sich der 24-jährige Goalie gleichwohl nicht verstanden wissen. „Ob Cup oder Meisterschaft spielt keine Rolle“, sagt er. „Als Torhüter will ich den Puck halten und dem Team als starker Rückhalt eine Chance geben, den Match zu gewinnen.“

In Österreich und den USA

Aeschlimann spielte bis 15 im Nachwuchs der SCL Tigers in Langnau, ehe er nach Österreich ins Sportgymnasium von St. Pölten wechselte. Seine Eltern wünschten, dass der Filius neben dem Eishockey noch einen schulischen Abschluss anpeilte. Nach drei Jahren zog er 2013 weiter nach Nordamerika, wo er seine Mittelschulausbildung abschloss und während dreier Saisons in verschiedenen US-amerikanischen Junioren-Ligen spielte. 2016 kehrte Aeschlimann in die Schweiz zurück, wo er sich dem EV Zug anschloss. Dort konnte er mit dem Fanionteam trainieren, auch wenn er im Farmteam für die EVZ Academy spielte. Letzte Saison erhielt er während einer längeren Verletzungspause von Stammkeeper Tobias Stephan die Chance, sich in der ersten Mannschaft des EVZ zu profilieren. Aeschlimann packte sie in 16 Qualifikationsspielen mit einer Fangquote von 93,2 Prozent, einem Durchschnitt von 1,9 Gegentoren pro Match und mit dem Cupsieg.

Wir pushen uns gegenseitig

Gleichwohl unterschrieb Aeschlimann noch vor dem Jahreswechsel beim HCD. „Ich sehe in Davos eine Chance wie nirgendwo anders“, sagt er. „Die neue Trainingshalle beinhaltet ein Goalie-Zentrum, wo ich Fortschritte machen kann. Und beim HCD kann ich um einen Stammplatz kämpfen. Beim EVZ blieb für mich nach der Verpflichtung von Leonardo Genoni keine Option mehr.“ Seinen Entscheid hat er noch keine Sekunde bereut. In Davos fühlt sich der Emmentaler wohl („Ich bin ein Land- und kein Stadtmensch“), und auch im Eishockey stimmt es für ihn. „Wir haben zwei Nummer-1-Torhüter“, betont HCD-Sportchef Raeto Raffainer zur Goalie-Situation mit Sandro Aeschlimann und Joren van Pottelberghe.  Aeschlimann selber bemerkt: „Klar will jeder spielen. Auf dem Eis sind wir Konkurrenten, neben dem Eis Kollegen. Wir pushen uns gegenseitig.“

Heute Abend spielt der HCD am Freitagabend um 19.45 Uhr zuhause gegen Fribourg-Gottéron und 24 Stunden später in Ambri. Es ist davon auszugehen, dass jeder der beiden Torhüter in einer Partie zum Zug kommt. Wer jeweils eingesetzt wird, erfahren Aeschlimann und van Pottelberghe meist erst am Morgen des Spieltags.

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