Nichts für schwache Nerven

Der Saisonstart des HCD ist definitiv geglückt. Davos gewinnt einen offenen Schlagabtausch bei Genève-Servette mit 6:5, feiert damit den dritten Erfolg in Serie und den vierten Sieg in der 6. Meisterschaftspartie.

Die lange Busfahrt zeigte zu Beginn der Partie beim HCD weniger Spuren, als das Spiel vom Vorabend in Rapperswil bei den Genfern. Denn Davos begann beeindruckend, war spielbestimmend und setzte die Grenats mit seinem aggressiven Forechecking enorm unter Druck. Die Konsequenz waren beste Torchancen im Minutentakt. Frehner scheiterte in der 3. Spielminute, Herzog in der 4. und Lindgren und Baumgartner beide in der 5. Minute. Dann lief die 7. Minute als Samuel Guerra das Heft in die Hand nahm und mit der Scheibe von hinter dem Tor Matthias Tedenby bediente, der endlich aus Davoser Sicht zum ersten HCD-Goal einschiessen konnte.

Was nun folgte war ein unglaubliches Spiel, dessen detaillierte Beschreibung den vorhandenen Rahmen sprengen würde. Sogar die Kurzform hat es in sich:

Genf glich in der 12. Minute im Powerplay durch Roger Karrers erstes NL-Goal aus. Tedenby legte nach grandioser Vorarbeit von Palushaj, der im Forechecking die Scheibe eroberte, wieder vor (14.). Genf glich 35 Sekunden später durch den vor dem Davoser Kasten vergessenen Marco Maurer erneut aus.

Es lief das 2. Drittel, als Lukas Stoop mit einem Schuss von der blauen Linie den HCD zum 3. Mal in Front brachte (30.). Nur 150 Sekunden später war es wieder Karrer, mit seinem 2. NL-Goal, der zum 3:3 traf. Erneut ein HCD-Verteidiger, Sven Jung, war für den 4. HCD-Führungstreffer noch vor der 2. Pause verantwortlich (36.).

Zu Beginn des 3. Drittels schlussendlich die spielentscheidende Szene. Nach einer gepfiffenen Strafe gegen den Genfer Jacquemet leistete sich das Heimteam einen Anspielfehler, was zu einer zweiminütigen doppelten Überzahl für den HCD führte (42.). 73 Sekunden waren in diesem Powerplay gespielt, da traf Otso Rantakari zum 5:3. Und weil noch 47 Sekunden einfaches Überzahl zu spielen waren, nahm Headcoach Wohlwend sein Timeout, liess den erfolgreichen Powerplay-Block 30 Sekunden Luft holen und schickte die Fünf wieder aufs Feld. Der Poker ging auf. Rantakari traf nur 24 Sekunden später erneut zum 6:3 (44.).

Auch das 6:3 war noch keine definitive Entscheidung

Aber weil es ein total verrücktes Spiel war, kam Genf in der 46. (ebenfalls im Powerplay) und genau 60 Sekunden vor Schluss (ohne Torhüter, mit einem 6. Feldspieler) noch einmal auf 5:6 ran. Die knappe Eintoreführung retteten die Davoser aber schlussendlich verdient über die Zeit.

Telegramm: Genève-Servette - Davos 5:6 (2:2, 1:2, 2:2)
6605 Zuschauer. - SR Tscherrig/Müller, Fuchs/Gnemmi.

Tore: 7. Tedenby (Guerra) 0:1. 13. Karrer (Bozon/Ausschluss Rantakari) 1:1. 24. Tedenby (Palushaj) 1:2. 15. Maurer (Karrer, Maillard) 2:2. 30. Stoop 2:3. 33. Karrer (Le Coultre, Berthon) 3:3. 36. Jung (Corvi, Tedenby) 3:4. 43. Rantakari (Palushaj) (Ausschluss Jacquemet, Berthon) 3:5. 44. Rantakari (Corvi/Ausschluss Berthon) 4:5. 46.
Smirnovs (Wingels, Fehr/Ausschluss Ambühl) 4:6. 60. (59:00) Fehr. 5:6 (Servette ohne Torhüter).

Strafen: je 4mal 2 Minuten. 

Genève-Servette: Mayer; Karrer, Maurer; Jacquemet, Olsson; Mercier, Le Coultre; Völlmin, Smons; Wingels, Winnik, Rod; Wick, Fehr, Bozon; Maillard, Smirnovs, Miranda; Tanner, Berthon, Simek.

Davos: Van Pottelberghe; Rantakari, Paschoud; Du Bois, Jung; Stoop, Guerra; Kienzle; Herzog, Ambühl, Eggenberger; Marc Wieser, Lindgren, Baumgartner; Palushaj, Corvi, Tedenby; Frehner, Aeschlimann, Bader; Meyer.

Bemerkungen: Servette ohne Tömmernes, Kast, Eliot Antonietti, Richard, Douay und Fritsche (alle verletzt), Davos ohne Nygren, Hischier, Dino Wieser, Kessler und Buchli (alle verletzt), Barandun (Rockets), Heinen (U20).

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