Pass­ivi­tät kos­tet zwei Punk­te

Es hätte das perfekte Wochenende für den HC Davos im Strichkampf werden können, aber eben nur hätte. Nach dem klaren und verdienten 5:3-Heimsieg vom Samstag gegen Lugano führten die Bündner 20 Stunden bei der Revanche im Tessin nach gut 17 Spielminuten bereits wieder 3:0, doch in der Verlängerung verloren sie noch mit 3:4.

Von einer «bitteren Niederlage» sprach Enzo Corvi nach dem 3:4 in den Katakomben von Luganos Resega-Eishalle. Wenn man sich im Startdrittel einen komfortablen 3:0-Vorsprung erarbeite, sollte man diesen nicht mehr aus der Hand geben, meinte der 24-jährige Mittelstürmer des HCD zu Recht. Die beiden Partien gegen Lugano wiesen Parallelen auf. Am Samstag hatte Davos in der Vaillant Arena nach zwei Dritteln mit 5:1 geführt und dann den Tessinern noch zwei Tore zugestanden. In Lugano hatte «die aufkommenden Passivität», wie sie Corvi bezeichnete, gravierende Auswirkungen aufs Resultat. Luca Fazzini, der bereits das 1:3 erzielt hatte, mit seinem zweiten Treffer sowie Dario Bürgler besorgten den Ausgleich. Und Alessandro Chiesa sicherte den Tessinern in der Verlängerung nach 164 Sekunden mit dem 4:3 den Zusatzpunkt. Der letzte Eindruck bleibt generell am meisten haften, und der ist und bleibt nun mal die Niederlage in Lugano.

Die Davoser zeigten in der Doppelrunde vom Wochenende allerdings auch Ansätze, die zuversichtlich stimmen. Da waren in beiden Partien je die ersten 40 Minuten, in denen die Bündner das Tempo bestimmten, Druck machten, den Gegner mit einem wirkungsvollen Forechecking früh störten und in denen sie auch Tore erzielten. Corvi sprach in Lugano rückblickend von zwei «sehr, sehr guten Dritteln». Vor allem im zweiten Match passte beim HCD auch das Powerplay. Die Bündner erzielten in der Resega-Eishalle alle drei Tore in Überzahl.

Schneeberger als Center

Weil mit Tuomo Ruutu und Dick Axelsson zwei ausländische Stürmer verletzt sind, bestritt der HCD beide Partien nur mit drei «Söldnern». Davos sondiert zwar emsig die Situation auf dem (ausgetrockneten) Transfermarkt, ein geeigneter Ersatz wurde bislang jedoch nicht gefunden. Weil bei den Bündnern am Wochenende nicht weniger als sechs Stürmer fehlten, funktionierte HCD-Coach Arno Del Curto kurzerhand seinen Verteidiger Noah Schneeberger zum Mittelstürmer zwischen den beiden U20-WM-Spielern Jérôme Portmann und Nando Eggenberger um. Als Center spielte Schneeberger 2007/08 letztmals während einer halben Saison bei Langenthal in der Nationalliga B. Am Sonntag beklagte Schneeberger in der 27. Minute mit einem Pfostenschuss Pech. Es wäre das 4:1 und wohl die Entscheidung in Lugano gewesen.

Seine nächsten NLA-Meisterschaftsspiele bestreitet der HCD am Freitagabend um 19.45 Uhr zu Hause gegen Spitzenreiter Bern und 24 Stunden später auswärts gegen den Tabellenletzten Fribourg-Gottéron.

Kommentare