Playout-Hauptprobe missglückt

Im letzten Match vor dem am Dienstag beginnenden Playout-Final hat der HC Davos am Samstagabend in Rapperswil-Jona gegen die Lakers mit 1:2 verloren. Die Bündner traten etwas harmlos auf. Wollen sie im Playout gegen „Rappi“ keine böse Überraschung erleben, ist eine gewaltige Steigerung nötig. Doch das wissen die HCD-Spieler wohl selbst am besten.

Drei Tage vor dem Start zum Playout-Final deckten die beiden Widersacher im letzten Platzierungsrundenspiel am oberen Zürichsee ihre Karten nicht auf. Beim HCD pausierten die beiden Routiniers Andres Ambühl und Félicien Du Bois. Dafür kehrten rechtzeitig vor der Kampf um den Ligaerhalt die beiden Stürmer Perttu Lindgren und Luca Hischier ins Davoser Team zurück. Die Spieler beider Mannschaften waren sichtlich bemüht, keine Verletzungen zu riskieren. Entsprechend harmlos wurden die Zweikämpfe geführt. Bezeichnend war auch der Rapperswiler Führungstreffer, als Dion Knelsen von der Seite ungestört Richtung HCD-Tor ziehen und dort im Nachschuss einnetzen konnte (18.).

Kein Zufall war auch, dass für Davos ein 18-Jähriger den Ausgleich erzielte. Der Elite-Junior Gian-Marco Wetter drückte entschlossen und platziert ab (26.). Jene Zielstrebigkeit liessen viele Davoser vermissen. Sie traten zwar ab dem zweiten Drittel mit etwas mehr Biss auf, wirkten aber zu verspielt. Ein Hauch von umkämpften Playout-Partien kam erst kurz vor dem zweiten Drittel auf, nachdem Jordan Gähler in Powerplay die Platzherren erneut in Führung geschossen hatte (37). Danach sprachen die Headschiedsrichter bis zur zweiten Pause noch 28 Spielminuten aus. Zunächst balgten sich Knelsen und Tomas Kundratrek, bald danach Jan Mosimann und Enzo Corvi. Und Florian Schmuckli kassierte für einen Check gegen den Kopf zwei plus zehn Minuten.

Das krasseste Beispiel für die mangelnde Entschlossenheit und fehlende Konzentration lieferten die Bündner zu Beginn des Schlussdrittels. Da schossen sie während 75 Sekunden in doppelter Überzahl gerade zweimal auf das von Noël Bader gehütete Lakers-Tor. Die Zuschauer erhielten auch nie den Eindruck, dass sich die Bündner vehement gegen die Niederlage aufbäumen würden. Stattdessen brachten sie sich mit Strafen gleich mehrmals in Unterzahl. Und weil die Davoser ihrerseits das letzte Powerplay nicht nutzten, blieb es bei der 1:2-Niederlage.

Telegramm: Rapperswil-Jona Lakers – Davos 2:1(1:0, 1:1, 0:0)

3504 Zuschauer. – SR Eichmann/Stricker, Gnemmi/Kaderli.

Tore: 18. Knelsen (Schweri) 1:0. 26. Wetter 1:1. 37. Gähler (Ausschluss Marc Wieser) 2:1.

Strafen: 7mal 2 plus 10 Minuten (Schmuckli) gegen Rapperswil-Jona Lakers, 9mal 2 Minuten gegen Davos.

Rapperswil-Jona Lakers: Bader; Iglesias, Schmuckli; Helbling, Gurtner; Hächler, Berger; Gähler; Kristo, Wellman, Loosli; Mosimann, Lindemann, Casutt; Schweri, Knelsen, Brem; Spiller, Ness, Rizzello.

Davos: Senn; Nygren, Heldner; Kundratek, Paschoud; Stoop, Jung; Heinen; Rödin, Lindgren, Meyer; Marc Wieser, Corvi, Baumgartner; Pestoni, Aeschlimann, Hischier; Fehner, Bader, Kessler; Wetter.

Bemerkungen: Rapperswil-Jona Lakers ohne Gilroy, Mason (beide verletzt), Clark, Hüsler, Maier, Profico, Primeau, Schlagenhauf (alle überzählig). Davos ohne Egli, Dino Wieser, Sandell (alle verletzt), Ambühl, Du Bois, Barandun, Buchli, Lindbäck, Payr und Portmann (alle überzählig).

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