Riesenaufwand schlecht belohnt

Im achten Spiel innert zwölf Tagen hat der HC Davos am Sonntagnachmittag den EV Zug in der Vaillant Arena dominiert, aber gleichwohl mit 1:2 nach Penaltyschiessen verloren. Das Schussverhältnis lautete 35:21 zugunsten der Bündner, doch sie wurden für ihre ungenügende Chancenauswertung bestraft.

Im Vergleich zur Partie vom Samstagabend nahm HCD-Coach Arno Del Curto fürs „Rückspiel“ gegen Zug einige Umstellungen vor. Im Tor kam erstmals in diesem Kalenderjahr Gilles Senn für Joren van Pottelberghe zum Einsatz; er zeigte gleich eine ausgezeichnete Leistung. Marc Aeschlimann rückte an Stelle des erkrankten Samuel Walser von der Abwehr in die Centerposition vor. Und der 17-jährige Julian Payr gab sein NLA-Debüt. Der gross gewachsene Österreicher (1,90 m/73 kg) stiess 2014 vom Nachwuchs des SC Rheintal zum HCD. Bei seiner NLA-Premiere stellte ihm Del Curto mit Magnus Nygren und Félicien Du Bois abwechslungsweise zwei erfahrene Lehrmeister auf dem Eis zur Seite.

Knapp 18 Stunden nach der 1:5-Niederlage in Zug wartete der HCD in seinem Heimspiel gegen den selben Kontrahenten mit einer starken Leistung auf. Die Bündner erarbeiteten sich insgesamt ein klares Chancenplus. Brandon Buck verpasste die erste Chance nach einem idealen Pass von Broc Little (11.). Marc Wieser traf im Powerplay nur den Aussenpfosten (13.). Und Enzo Corvi scheiterte bei einem Konter in Unterzahl an Zugs Goalie Tobias Stephan.

Zu Beginn des Mitteldrittels hatte Claude Paschoud die erste Chance. Das erste Tor erzielte allerdings Carl Klingberg auf der Gegenseite, als eine Strafe gegen den HCD angezeigt war (23.). Die Platzherren reagierten heftig. Nur 18 Sekunden später schlenzte Andres Ambühl den Puck ins Zuger Tor. Dem Treffer blieb allerdings die Anerkennung verwehrt, weil die Refs einer Coaching‘s Challenge Recht gaben. Nach langer Videokonsultation entschieden sie, dass Enzo Corvi den Puck in Offside-Position angenomen hatte. 38 Sekunden danach gab es am 1:1 aber nichts mehr zu rütteln. Marc Wieser schoss entschlossen ein, nachdem Stephan Robert Kousals Abschlussversuch noch abgewehrt hatte. Nun kamen immer mehr Emotionen ins Spiel – ganz im Interesse des HCD. Die Gastgeber dominierten den Mittelabschnitt (15:10 Schüsse), ohne diese Überlegenheit in Tore umzumünzen.

Im Schlussdrittel legten die Davoser gar noch einen Zacken zu. Sie setzten Stephan unter Dauerbeschuss und dominieren diesen Spielabschnitt mit 13:4 Schüssen, doch Zählbares resultierte trotz bester Abschlussmöglichkeiten nicht. Die Platzherren schafften selbst während 86 Sekunden in doppelter Überzahl keinen Treffer. Und 51 Sekunden vor Ablauf des dritten Drittels verhedderte Little bei einem Penalty den Puck. Für die ungenügende Chancenauswertung nach ansonsten ausgezeichneten 65 Minuten wurden die Davoser im Penaltyschiessen bestraft. Da traf für den HCD nur Brandon Buck, für Zug waren hingegen Lino Martschini und Josh Holden erfolgreich.

Telegramm: Davos - Zug 1:2 (0:0, 1:1, 0:0, 0:0) n.P.

Vaillant Arena, Davos. – 5013 Zuschauer. – SR Mollard/Wehrli, Kaderli/Obwegeser.

Tore: 23. Klingberg (Diaz, Roe/Strafe angezeigt) 0:1. 24. Marc Wieser (Kousal) 1:1. - Penaltyschiessen: Kessler -, Roe -; Little -, Martschini 0:1; Du Bois -, Klingberg -; Buck 1:1, Kast -; Corvi -, Holden 1:2.

Strafen: 6mal 2 plus 10 Minuten (Marc Wieser) gegen Davos, 5mal 2 Minuten gegen Zug.

Davos: Senn; Nygren, Du Bois; Schneeberger, Paschoud; Heldner, Jung; Payr, Grossniklaus; Sciaroni, Corvi, Ambühl; Marc Wieser, Kousal, Little; Kessler, Buck, Dino Wieser; Simion, Aeschlimann, Frehner.

Zug: Stephan; Diaz, Morant; Schlumpf, Alatalo; Thiry, Leeger; Fohrler, Helbling; Klingberg, McIntyre, Suri; Martschini, Roe, Lammer; Schnyder, Diem, Kast; Zehnder, Holden, Senteler.

Bemerkungen: Davos ohne Lindgren, Rödin, Jörg, Kindschi und Egli (alle verletzt), Walser (krank), Eggenberger, Barandun, Jäger (all U20-WM), Portmann, Forrer und Johansson (alle überzählig), Zug ohne Stalberg (gesperrt), Geisser (U20-WM) und Grossmann (verletzt). – Pfostenschuss Marc Wieser (14.). Little verschiesst Penalty (59:09).

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