Russisches Spitzenteam kommt nach Davos

Prominenteste Mannschaft am Davos Hockey Summit, dem internationalen Eishockeyturnier vom 15. bis 18. Februar während der Olympiapause, ist Metallurg Magnitogorsk. Es gehört in der russisch geprägten Kontinental Hockey League (KHL) zu den Spitzenteams und sicherte sich 2014 und 2016 den Meistertitel.

Metallurg Magnitogorsk nutzt die Olympiapause in Februar zu einem zehntägigen Trainingslager in Davos. Der Klub wird mit einer grossen Delegation inklusive Familien ins Landwassertal kommen. Der Eishockeyklub ist das sportliche Aushängeschild der Industriestadt Magnitogorsk mit ihren gut 400‘000 Einwohnern. Sie befindet sich im Südural, per Luftlinie 1400 Kilometer östlich von Moskau. Auf dem Landweg trennen die beiden Städte 1700 Kilometer; die Fahrzeit im Auto soll knapp 25 Stunden betragen. Geografisch besonders erwähnenswert ist, dass sich der Westteil der Stadt Magnitogorsk noch in Europa befindet, der Ostteil hingegen bereits in Asien.

Eine Macht in der KHL

Im Eishockey gehört Metallurg Magnitogorsk zu den ganz Grossen in der Neuzeit des russischen Eishockeys. Der Klub gewann 2014 und 2016 den Gagarin Cup, den Meistertitel in der KHL. Letzte Saison scheiterte Metallurg Magnitogorsk im Playoff-Final mit 1:4 Siege an SKA St. Petersburg. Captain ist der bald 37-jährige Sergei Mozjakin. Der Stürmer wurde 2002 zwar im NHL-Draft von den Columbus Blue Jackets gezogen, wechselte aber nie nach Amerika. Mit Russland gewann Mozjakin an Eishockey-Weltmeisterschaften je zwei Mal Gold, Silber und Bronze. Letzte Saison war er mit 85 Punkten Topskorer und mit 48 Treffern bester Torschütze in der Regular Season der KHL.

Zahlreiche Weltmeister

Im aktuellen Team von Metallurg Magnitogorks weisen acht Spieler WM-Erfahrung auf. Neben Mozjakin ist auch Verteidiger Denis Denisow zweifacher Weltmeister. Je einmal WM-Gold gewannen Torhüter Wasili Koschechkin, Verteidiger Jewgeni Birjukow und Stürmer Denis Kokarew. Mozjakin und Koschechkin fehlen in Davos allerdings genau so fehlen wie der Tscheche Jan Kovar,der Finne Oskar Osala und die beiden Kanadier Chris Lee und Wojetk Wolski, weil sie mit ihren Nationalteams die Olympischen Spiele bestreiten. Trainer von Magnitogorsk ist seit dieser Saison Viktor Kozlow. Er absolvierte in seiner erfolgreichen Karriere 932 NHL-Spiele für San Jose, die Florida Panthers, New Jersey, die New York Islanders und Washington.

Spengler Cup-Sieger 2005

Magnitogorsk hinterliess seine Spuren auch schon in Davos am Spengler-Cup. 2005 gewann Metallurg das Turnier als erstes russisches Team seit 1991 dank eines 8:3-Finalsiegs über das Team Canada. Unter den Torschützen figurierte auch Denis Platonow; er stürmt noch immer für den gleichen Klub. Gecoacht wurden die Kanadier damals vom Kanadier Dave King. Am letzten Spengler Cup war er Assistenztrainer des Team Canada. Bei seiner Spengler-Cup-Premiere hatte Metallurg Magnitogorsk 1999 das Endspiel gegen die Kölner Haie mit 2:6 verloren. 2004 verpasste es den Final.

Kommentare