Saft- und kraftlos in die Niederlage

Der HC Davos hat es klar verpasst, in seiner bald 100-jährigen Geschichte erstmals den Schweizer Cup zu gewinnen. Die Bündner verloren am Sonntagnachmittag gegen die Rapperswil-Jona Lakers diskussionslos mit 2:7. Im sechsten Spiel innert acht Tagen wirkte der HCD ausgebrannt. Gleichwohl zeigte er eine sehr enttäuschende Leistung.

Die Partie begann für Davos denkbar schlecht. Bereits nach 125 Sekunden schoss Jared Aulin die Platzherren mit einem platzierten Hocheckschuss in Führung. Für die Lakers, die als Tabellenführer der Swiss League und Cupfinalist ohnehin im Hoch sind, war dies natürlich ein zusätzlicher Motivationsschub. Kurz darauf brannte es im ersten Powerplay der Gastgeber denn auch mehrmals lichterloh von HCD-Goalie Gilles Senn. Die Bündner, die ihren sechsten Mach innert acht Tagen bestritten, konnten ihr Mammutprogramm nicht kaschieren. Sie wirkten wie eine ausgepresste Zitrone. Entsprechend fehlten in ihrem Angriffsspiel das Tempo sowie die Präzision und im kraftlosen Forechecking der Biss. Und in der Defensive fehlte oft die richtige Zuteilung.

Mit einer feinen Einzelleistung glich Broc Little im ersten Davoser Powerplay das Resultat aus. Aber noch vor der ersten Pause schoss Dion Knelsen die Platzherren erneut in Führung. Im Mitteldrittel entschieden Strafen die Partie. Während einer Davoser Überzahlphase kassierte Enzo Corvi wegen einer angeblichen „Schwalbe“ zwei Minuten und zwei weitere, weil er sich derart aufregte und reklamierte. Bei Michael Hüglis Powerplay-Treffer zum 3:1 erhielt auch Fabian Heldner noch zwei Strafminuten. Prompt nutzte Knelsen nur 57 Sekunden später diese Überzahl zum vierten Treffer für „Rappi“. Als Jan Mosimann keine zwei Minuten später den Vorsprung weiter erhöhte, war der Match noch vor Spielhälfte gelaufen.

HCD-Coach Arno Del Curto, der nach dem vierten Gegentreffer im Tor Gilles Senn durch Joren van Pottelberghe ersetzt hatte, nahm nach dem 1:5 nach sein Timeout. Der Einsatz seiner Schützlinge wurde zwar etwas energischer, doch mehr als der zweite Davoser Treffer durch Félicien Du Bois schaute im Mittelabschnitt nicht heraus. In den letzten 20 Minuten besassen die die Bündner klar mehr Spielanteile. Es passte aber ins Bild dieses völlig missglückten Nachmittags, dass sie auch beste Chancen nicht verwerteten. Die Lakers konnten es sich zudem leisten, ihren klaren Vorsprung zu verwalten. Und bei erfolgreichen Kontern schossen Josh Primeau und Steve Manson geradezu ins Debakel.

Telegramm: Rapperswil-Jona Lakers – Davos 7:2 (2:1, 3:1, 2:0)

Rapperswil-Jona. – 6100 Zuschauer (ausverkauft). – SR Massy/Dipietro, Abegglen/Küng.

Tore: 3. Aulin (Rizzello) 1:0, 11. Little (Du Bois, Ausschluss Schmuckli) 1:1, 19. Knelsen (Aulin, Berger) 2:1, 26. (25:06) Hügli (Ausschluss Corvi) 3:1, 27. (26:03) Knelsen (Sataric, Casutt, Ausschluss Heldner) 4:1, 29. Mosimann 5:1, 36. Du Bois 5:2, 52. Primeau (Vogel) 6:2, 56. Manson (Hügli) 7:2.

Strafen: 6-mal 2 Minuten gegen die Rapperswil-Jona Lakers, 4-mal 2 Minuten gegen Davos.

Rapperwil-Jona Lakers: Nyffeler; Iglesias, Schmuckli, Gweyer, Profico; Gähler, Berger; Sataric, Maier; Aulin, Knelsen, Rizzello; Brem, Lindemann, Casutt; Mosimann, Mason, Hügli; Primeau, Vogel, Hüsler.

Davos: Senn (ab 27. van Pottelberghe); Du Bois, Jung; Schneeberger, Paschoud; Heldner, Kindschi; Aeschlimann; Simion, Corvi, Little; Marc Wieser, Johansson, Kousal; Kessler, Ambühl, Eggenberger; Sciaroni, Buck, Jörg; Walser.

Bemerkungen: Davos ohne Lindgren, Nygren, Rödin, Egli, Dino Wieser (alle verletzt) und Forrer (überzählig). – 29. Timeout Davos. 

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