Samuel Guerras nächster Anlauf

Samuel Guerra kommt seinem ersten Tor nach der Rückkehr zum HCD immer näher. Bei der 1:2-Niederlage am Dienstag in Biel wurde sein vermeintlicher Ausgleichstreffer kurz vor Spielende nach langer Video-Konsultation nicht anerkannt. Den nächsten Anlauf zum Volltreffer unternimmt der 26-Jährige am Samstagabend mit dem HCD in Lausanne.

In der letzten Saison war Samuel Guerra bei Ambri der produktivste Verteidiger mit Schweizerpass. In 50 Qualifikationsspielen hatte sich der 1,83 Meter grosse und 89 Kilogramm schwere Abwehrspieler vier Tore und 15 Assists notieren lassen. Nach seiner Rückkehr zum HCD steht er nach drei Meisterschaftsspielen noch ohne Skorerpunkt zu buche. Am Dienstag fehlten Guerra allerdings gegen Biel nur Millimeter zu seinem ersten Treffer. Nachdem Perttu Lindgren im intensiven Schlussspurt für die Bündner den Anschlusstreffer erzielt hatte (55.), jubelten die Davoser drei Minuten vor Spielende zu früh. Denn die Schiedsrichter entschieden nach langem Videostudium, dass der Puck nach einem Schuss von Guerra die Torlinie nicht vollumfänglich überquert hatte.

Als 16-Jähriger am Spengler Cup

Guerra war 2009 als 16-Jähriger aus der Nachwuchsabteilung des HC Ambri-Piotta zum HCD gestossen. Bis 2016 arbeitete er sich bei den Bündnern zum Stammverteidiger hoch. Mit Davos wurde er 2011 und 2015 Schweizer Meister. Geradezu legendär und von den Medien viel beachtet war sein Einstand mit gerade mal 16 am Spengler-Cup 2009. Nach sieben Jahren in Davos wechselte Guerra 2016 zu den ZSC Lions, weil er sich weiterentwickeln wollte. Beim HCD war er zuletzt der Verteidiger mit der zweitmeisten Eiszeit hinter Routinier Félicien Du Bois gewesen. Doch der erhoffte Schritt wurde in Zürich nicht Tatsache. Guerra blieb ein Mitläufer. Erst gegen Ende seiner zweiten Saison erhielt er bei den ZSC Lions von den Trainern mehr Vertrauen. Er bedankte sich mit entsprechenden Leistungen und verliess Zürich als Schweizer Meister. Im vertrauten ländlichen Umfeld in Ambri blühte der Verteidiger letzte Saison wieder auf. „Bei Ambri hatte ich wieder Spass, und die grossen Emotionen taten mir gut. Ich durfte viel spielen und konnte das umsetzen, was ich Zürich gelernt hatte“, stellt Guerra rückblickend fest. Er wurde in der Leventina zur Teamstütze und lancierte das Spiel mit öffnenden Steilpässen, wovon am Ende der Regular Season 15 Assists zeugten.

„Ich will ein Leader werden“

Im letzten Frühling entschied sich Guerra als gereifter Verteidiger zu einer Rückkehr zum HCD. Er habe sich in Davos immer wohl gefühlt“, bemerkt der gebürtige Tessiner. „Weil beim HCD ein neues Projekt lanciert wurde, wollte ich gleich von Anfang an dabei sein.“ Guerra hat unmissverständliche Ambitionen: „Ich will ein Leader in dieser neuen HCD-Mannschaft werden. Um das zu erreichen, arbeite ich hart. Ich muss mich auf meine Fähigkeiten konzentrieren. Konkret heisst das solid spielen, das Spiel beruhigen und gute Pässe schlagen.“

Die nächste Gelegenheit zu seinem ersten Saison-Skorerpunkt erhält Guerra am Samstagabend, wenn Davos im neuen Eisstadion in Lausanne gastiert. Die Westschweizer gelten nach Meister Bern und Transfersieger Zug als meistgenannter Kandidat auf den Meistertitel. Zuletzt kassierten sie allerdings beim 0:5 in Zürich und beim 3:5 gegen Genf-Servette zwei überraschende Niederlagen.