Sieg zu einem wichtigen Zeitpunkt

24 Stunden nach der peinlichen 1:8-Heimniederlage gegen Zug hat Davos am Samstagabend beim 4:1-Auswärtssieg gegen die SCL Tigers ein starkes Lebenszeichen gegeben. „Das tut der Moral gut“, sagt Fabian Heldner. Gemeinsam mit drei weiteren HCD-Spielern bestreitet er diese Woche mit der Schweiz den Deutschland Cup.

Als die HCD-Spieler und ihr Staff am vergangenen Samstagmittag in Davos den Mannschaftscar bestiegen, glaubten nur die kühnsten Optimisten an einen Punktgewinn in Langnau. Denn am Abend zuvor hatten sich die Bündner beim 1:8 gegen Zug richtiggehend abschlachten lassen. Und auf der Fahrt ins Emmental fehlten mit Magnus Nygren (Rippenprellung), Shane Prince (Handverletzung) und Lukas Stopp erst noch drei Stammspieler, die sich gegen Zug verletzt hatten.

Doch dann kam es ganz anders, viel viel besser als befürchtet werden musste. Der HCD besiegte den Tabellenzweiten SCL Tigers mit 4:1. „Unser Torhüter Anders Lundbäck hielt uns super im Spiel. Wir erzielten früh das erste Tor, konnten den Vorsprung im Startdrittel behaupten und im Mitteldrittel noch zwei Treffer drauflegen“, fasst Fabian Heldner den erfolgreichen Abend zusammen. „Das war eine Willenssache, alles lief über den Kampf. Wir hatten uns vorgenommen, Schüsse zu blocken und den Puck hinten einfach herauszubringen.“ Die beiden ersten Tore leiteten mit Benjamin Baumgartner und Julian Payr ausgerechnet zwei 18-jährige Junioren ein, die für die verletzten Ausländer Prince und Nygren ins Team gerückt waren. Und beim 2:0 gelang Marc Wieser nach idealem Querpass von Tino Kessler endlich der erste Saisontreffer.

Anders Lindbäck wie verwandelt 

Doch wie war diese Wandlung vom 1:8 gegen Zug zum 4:1 gegen die SCL Tigers innert 24 Stunden möglich? „Das ist auch für uns höchst schwierig zu erklären wie so manches, wenn man sich in einer Negativspirale befindet. Vieles ist Kopfsache“, sagt Heldner. Das beste Beispiel für die Verwandlung lieferte Lindbäck. Am Freitag zog der Schwede im Tor einen schwarzen Abend ein. Mit einem haltbaren Gegentreffer zum 1:1 leitete er früh die Schlappe ein. In Langnau hingegen gelang es Lindbäck, seine Klasse voll auszuspielen. Er parierte 46 Schüsse, was die sensationelle Abwehrquote von 97,9 Prozent ergab.

Trotz des Exploits in Langnau bleiben natürlich auch die sieben, zumeist deutlichen Niederlagen in acht Heimspielen Fakt. Heldner sagt es treffend: „Die Resultate sind so krass, unsere Auftritte so peinlich.“ Glaubhaft versichert der 22-jährige Verteidiger, „dass es für uns eigentlich wichtig wäre, gerade zu Hause gut zu spielen. Deswegen setzen wir uns wohl zu viel unter Druck, was dann aber zu Verkrampfung und Blockade führt, wenn wir nach guten Starts ein, zwei Gegentore kassieren. Auch wenn es von aussen schlimm aussieht, bin ich überzeugt, dass jeder 100 Prozent kämpft.“

Mit der Nati an den Deutschland Cup

In dieser Woche erhält der HCD Gelegenheit, während der Nati-Pause den Kopf nach den zahlreichen Negativerlebnissen zu lüften. Die Mannschaft trainiert bis Mittwochmittag intensiv in der Vaillant Arena, ehe die Spieler bis am Sonntag ein paar freie Tage erhalten. Ein anderes Programm als die Daheim-Gebliebenen erwartet Heldner, Gilles Senn, Claude Paschoud und Inti Pestoni. Sie folgten am Montagnachmittag dem Aufgebot von Nationalcoach Patrick Fischer und werden mit der Schweiz am Deutschland Cup in Krefeld vom Donnerstag bis Samstag gegen die Slowakei, Deutschland und Russland spielen. Heldner, der im Frühjahr 2017 am Slovakia Cup sowie in der WM-Vorbereitung seine ersten sechs Länderspiele bestritt, freut sich „extrem, denn auf internationaler Ebene gibt es immer sehr lehrreiche Turniere und Partien.“ Auch HCD-Stürmer Anton Rödin ist in diesen Tagen mit seinem Nationalteam unterwegs. Er bestreitet mit Schweden in Prag und Helsinki den Karjala Cup gegen Tschechien, Russland und Finnland.

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