Simon Kindschi wird ein Tiger

Zwei junge Verteidiger verlassen die Abwehr des HC Davos: Simon Kindschi spielt künftig für die SCL Tigers, Marco Forrer wohl für Fribourg-Gottéron. Beide erhoffen sich durch den Klubwechsel neuen Auftrieb, nachdem sie in der abgelaufenen Saison stagniert und nicht mehr regelmässig im Davoser Fanionteam zum Einsatz gekommen waren.

Simon Kindschi ist ein Ur-Davoser, aufgewachsen in Clavadel. Mit zwölf Jahren entschied er sich fürs Eishockey, nachdem er bis dahin auch als Schwinger zu den Besten seiner Altersklasse in der Nordostschweiz gehört hatte. Bereits mit 18 schaffte Kindschi beim HCD den Sprung in die erste Mannschaft – und wie: Meist bildete er gemeinsam mit Routinier Félicien Du Bois das Verteidigerpaar im ersten Block des Bündner NLA-Klubs. Einen besseren Lehrmeister hätte der junge Davoser wohl nicht haben können. Der Höhenflug dauerte die ganze Saison 2014/15, sowohl für den Klub wie für Kindschi. Der HCD wurde Schweizer Meister. Und Kindschi wurde gemeinsam mit den beiden ZSC-Spielern Jonas Siegenthaler und Denis Malgin als Kandidat für den Award als „Youngster of the Year“ im Schweizer Eishockey nominiert. Die Wahl fiel auf Malgin, der inzwischen in der National Hockey League (NHL) für die Florida Panthers stürmt.

Ich habe stagniert

Kindschis Steigerungslauf fiel weniger kometenhaft aus. Er entpuppte sich dank seinen Gardemassen – 1,92 Meter gross, 105 Kilogramm schwer – als defensives Bollwerk. Die spielerische Weiterentwicklung stellte sich jedoch nicht im erhofften Mass ein. In der abgelaufenen Saison kam der stämmige Verteidiger sowohl in der Qualifikation als auch im Playoff-Viertelfinal gegen Biel nur je zur Hälfte aller Spiele zum Einsatz. Acht Partien bestritt er zwischendurch für den HC Thurgau in der Swiss League. „Ich habe stagniert“, sagt Kindschi selber. Er kam deshalb mit HCD-Coach Arno Del Curto überein, den eigentlich noch ein Jahr dauernden Vertrag aufzulösen, um bei einem anderen Klub in neuer Umgebung frischen Schwung einzuleiten.

Nach ingesamt 149 Meisterschaftsspielen mit Davos, in denen er drei Tore erzielte und sich zwölf Assists gutschreiben liess, wechselt Kindschi innerhalb der obersten Schweizer Spielklasse nicht von ungefähr gerade zu den SCL Tigers nach Langnau. Die Emmentaler verfügen mit Heinz Ehlers über einen „Defensivpapst“ als Trainer, und mit Marco Bayer und Jörg Reber gehören zwei ehemalige Verteidiger zum Staff des Klubs. Kindschi, der am 11. Mai seinen 22. Geburtstag feiert, weiss mit Ramon Untersander und Thomas Wellinger zwei ideale Beispiele von jungen HCD-Verteidigern, die nach dem Wechsel ins Unterland den Durchbruch schafften. Untersander gehört mittlerweile zu den Teamstützen sowohl beim SC Bern als auch im Schweizer Nationalteam. Und Wellinger zählt gegenwärtig in den Playoffs zu den auffallendsten Abwehrspielern bei Lugano.

Auch Marco Forrer geht

Ähnliche Überlegungen wie bei Kindschi bewegen den 21-jährigen Forrer, bei Fribourg-Gottéron eine neue Herausforderung anzunehmen. Er war in der Saison 2015/16 leihweise als Notnagel aus der Nachwuchsabteilung des EV Zug zum HCD gestossen, als bei den Bündnern verletzungsbedingt Personalnotstand in der Abwehr herrschte. Im Frühling 2016 unterschrieb Forrer bei Davos. Für den Bündner NLA-Klub bestritt er total 65 Meisterschaftsspiele (1 Tor/4 Assists).

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