Starker HCD bringt Bern in grosse Nöte

Mit einem starken Auftritt im Kollektiv und einem sicheren Joren van Pottelberghe als Rückhalt hat der HC Davos am Dienstagabend den in den Strichkampf involvierten SC Bern mit 4:2 bezwungen. Die Verteidiger Lukas Stoop und Sven Jung machten mit ihren Treffern zweimal einen Rückstand wett, Fabrice Herzog und Mattias Tedenby sorgten für die Siegtore.

Beim HCD lichten sich die Kaderabsenzen. Andres Ambühl, Benjamin Baumgartner und Perttu Lindgren kehrten für den Bern-Match ins Team zurück. Am Freitag in Ambri dürfte Thierry Bader sein Comeback geben. Und gemäss HCD-Sportchef Raeto Raffainer sollten bis zum Playoff-Start am 7. März auch Félicien Du Bois und Enzo Corvi wieder einsatzfähig sein. Offen ist hingegen, wie gravierend die Schulterverletzung ist, welche sich Dario Meyer am letzten Samstag in Biel einhandelte.

Die Davoser begannen gegen Bern forsch. Nach 91 Sekunden handelte sich Lukas Stoop jedoch die erste Strafe ein, die Jan Mursak im zielstrebigen Powerplay prompt zum Führungstreffer der Gäste nutzte. Die 5329 Zuschauer sahen eine unterhaltsame, abwechslungsreiche Partie. Bis zum Ende des Startdrittels verzeichneten die Bündner Vorteile im Schussverhältnis (13:10). Die besten Chancen vergaben Chris Egli, als er im letzten Moment noch regelwidrig zurückgehalten wurde (16.), und Baumgartner freistehend im Slot kurz vor der ersten Pause.

In der ersten Hälfte des Mittelabschnitts dominierte Davos die Partie derart, dass sich Berns Coach Hans Kossmann in der 30. Minute zu einem Time-out genötigt sah. Bis dahin hatten seine Spieler keinen Schuss auf das Tor von Joren van Pottelberghe zustande gebracht. Nur 38 Sekunden später erzielte Inti Pestoni die erneute Gäste-Führung – allerdings unter gütiger Mithilfe der Davoser. Erst brachten sie den Puck wieder einmal nicht aus der eigenen Zone, und dann bediente Marc Wieser den Torschützen mit einem missglückten Querpass. Die Reaktion der Platzherren erfolgte aber prompt. Gut zwei Minuten später traf Sven Jung aus der Drehung heraus zum Ausgleich (33.). Danach sahen die Zuschauer die schönste Kombination des Abends. Die wiedergenesenen Ambühl und Baumgartner bereiteten im Powerplay Fabrice Herzogs 3:2 ideal vor. Es war bereits Herzogs vierter Treffer in den letzten drei Partien.

Erst im Schlussdrittel erhielt man den Eindruck, Bern würde sich im Strichkampf vehement gegen drohende Niederlage stemmen. Die gefährlichen Torszenen vor van Pottelberghe wurden häufiger. In der Hektik "übersahen" die Schiedsrichter eine „Kopfnuss“ von Mursak, welche eine Matchstrafe zur Folge gehabt hätte. Die Davoser bewahrten jedoch Ruhe. Nach einem Fehler von Simon Moser leitete Baumgartner blitzschnell einen Konter ein, worauf Mattias Tendenby Berns Goalie Tomi Karhunen absolut keine Abwehrchance liess (54.). Als Oliver Heinen eine Zweiminutenstrafe kassierte, ersetzten die Gäste bereits 4:26 Minuten vor Spielende ihren Torhüter durch einen sechsten Feldspieler. Mit totalem Einsatz und einem ausgezeichneten van Pottelberghe liessen die Davoser jedoch nichts mehr zu.

Davos – Bern 4:2 (0:1, 3:1, 1:0)

Eisstadion Davos. – 5329 Zuschauer. – SR Lemelin/Müller, Fuchs/Cattaneo.

Tore: 3. Mursak (Arcobello, Moser/Ausschluss Stoop) 0:1. 24. Stoop (Ambühl)1:1. 31. Pestoni 1:2. 33. Jung (Frehner) 2:2. 37. Herzog (Baumgartner, Ambühl/Ausschluss Praplan) 3:2. 54. Tedenby (Baumgartner/Ausschluss Kienzle!) 4:2.

Strafen: 4mal 2 plus 1Minuten (Kienzle) gegen Davos, 4mal 2 plus 10 Minuten (Mursak) gegen Bern.

Davos: Van Pottelberghe; Nygren, Barandun; Stoop, Guerra; Kienzle, Jung; Heinen; Ambühl, Marc Aeschlimann, Hischier; Marc Wieser,Lindgren, Herzog; Mankinen, Baumgartner, Tedenby; Kessler, Egli, Frehner.

Bern: Karhunen; Untersander, Blum; Andersson, Beat Gerber; Krueger, Colin Gerber; Burren; Mursak, Arcobello, Moser; Praplan, Ebbett, Jeremi Gerber; Pestoni, Rüfenacht, Scherwey; Berger, Heim, Kämpf.

Bemerkungen: Davos ohne Dino Wieser, Du Bois, Corvi, Paschoud, Bader und Meyer (alle verletzt) sowie Palushaj und Rantakari (überzählige Ausländer), Bern ohne Grassi, Sciaroni und Bieber (alle verletzt) sowie MacDonald und Thomas (überzählige Ausländer).

Timeouts: 30. Bern, 60. Davos. – Bern ab 55:34 ohne Torhüter.

Kommentare