Unter Arno Del Curto besser werden

Dario Meyer, Thierry Bader und Luca Hischier haben einiges gemeinsam: Alle Drei sind Eishockeystürmer, sie sind jung und talentiert. Und sie haben zum HC Davos gewechselt, weil sie sich für ihre Entwicklung unter Trainer Arno Del Curto viel erhoffen.

Dario Meyer bringt es auf den Punkt. „In der ganzen Eishockey-Schweiz gibt es keinen besseren Trainer als Arno Del Curto, um junge Spieler zu entwickeln; diese Chance lässt man sich nicht entgehen“, sagt der 21-jährige Berner. Ähnlich tönt es von Luca Hischier: „Del Curto hat schon oft gezeigt, dass er junge Akteure fördert, ihnen Vertrauen schenkt und sie besser macht.“ Auch Thierry Bader bemerkt, er habe mit Del Curto gute Gespräche geführt. „Dann packte ich die Chance zu einem Wechsel nach Davos.“

Für alle Drei ist der HCD der zweite Klub in der obersten Schweizer Spielklasse. Der in der Agglomeration von Bern aufgewachsene Meier spielte mit Ausnahme der Saison 2015/16, die er für die Edmonton Oil Kings in der WHL, einer der drei grossen kanadischen Juniorenligen, bestritt, stets für den SCB. Hischier wechselte als 15-Jähriger aus Visp im Oberwallis wegen des Eishockeys in die Bundesstadt. Und für Bader war 2013 der Schritt von Uzwil in die Nachwuchsabteilung der Kloten Flyers naheliegend.

Mehr Eiszeit und mehr Verantwortung

Beim SC Bern habe es sehr viele Nationalspieler und Teamleader. Das mache den Klub zwar erfolgreich, die Situation für die Jungen allerdings schwierig, sagt Meyer. Als Berner „Giel“ habe er immer davon geträumt, vor der grossartigen Kulisse in der Postfinance-Arena zu spielen. 66-mal trug Meyer in Meisterschaftsspielen die SCB-Farben. Gleichwohl entschied er sich der Flügelstürmer im letzten Frühling für den HCD. Die Eiszeit habe für ihn bei Bern nicht gestimmt, er habe zu wenig gespielt, um sich entwickeln zu können, bemerkt Meyer.

Von „einer schönen Zeit bei Bern“ spricht auch Hischier. Er habe jedoch gespürt, dass er dort nicht mehr weiterkomme. In Davos hofft er wie Meyer auf mehr Eiszeit. „Ich möchte mehr Verantwortung übernehmen und mich auch für Einsätze im Powerplay und Boxplay aufdrängen“, bemerkt der Oberwalliser. Vorsichtiger gibt sich Meyer. „Ich will das aufs Eis bringen, was Del Curto von mir verlangt und mich mit guten Leistungen für Eiszeit empfehlen. Meyer fiel sofort auf, „dass beim HCD unglaublich schnell gespielt wird, auch im Training. Ich brauche noch etwas Zeit, um mich daran zu gewonnen. Diese Zeit erhalte ich, aber danach will ich es mit Leistungen auch zurückzahlen.“

120 Prozent bei jeder Trainingsübung

Während Meyer und Hischier von einem Spitzenklub nach Davos wechselten, strebte Bader im Frühling nach dem Abstieg mit Kloten einen Luftwechsel an. Er sei froh, dass sich für ihn beim HCD die Türe geöffnet habe, meint der 21-Jährige. Sein primäres Ziel ist es, mit Davos „eine sehr gute Saison zu spielen und persönlich einen Stammplatz zu erkämpfen.“ Er sei Realist genug um zu wissen, dass er nicht einfach in einer der drei ersten Sturmreihen spielen könne. Sowohl der EHC Kloten als auch der HCD seien sehr professionell geführt, vergleicht Bader. Die grössten Unterschiede ortet er im Training. „Del Curto will, dass wir immer Rennen, Skaten und ‚Secklen‘, bei jeder Übung 120 Prozent geben. So macht macht man rascher grössere Fortschritte.“

Unterschiede in vielen Belangen ortet hingegen Meyer zwischen dem SC Bern und dem HCD. Der Tagesablauf sei ganz anders gestaltet. Dazu gehört etwa auch, dass die Mannschaft am Mittag regelmässig gemeinsam im Restaurant „Time-Out“ ist. Das fördere den Teamgeist, so Meyer.

Meyer (21), Hischier (23) und Bader (21) passen altersmässig in die jüngste Mannschaft der gesamten National League. Das HCD-Team weist ein Durchschnittsalter von nur gut 24 Jahre auf. „Wir haben eine extrem junge Equipe; das ist definitiv speziell“, meint Meyer. „Ein sehr junges Team, aber da ist Potenzial vorhanden, und es ist eine coole Truppe“, sagt Hischier. Bader bezeichnet „die sehr junge Mannschaft als eine Herausforderung. Wenn wir alles geben, kommt das gut.“ Hischier ergänzt: „Wir haben auch klare Leaderfiguren; sie helfen den Jungen extrem. Ich habe ein gutes Gefühl.“