Unter Witolinsch immer mehr Eiszeit

Seit letztem Sommer und der Matura ist Yannick Frehner als Eishockeyprofi beim HCD tätig. Unter Harijs Witolinsch hat der 21-jährige Flügelstürmer in den letzten Wochen immer mehr Eiszeit erhalten. Diese Chance und dieses Vertrauen will Frehner auch heute Abend im Heimspiel gegen den SC Bern rechtfertigen.

Am letzten Freitagabend in der 48. Spielminute in der Genfer Les-Vernets-Eishalle: Yannick Frehner luchst dem Servettien Cody Almond den Puck ab, zieht allein aufs Tor und schiesst souverän zum 3:0 für den HCD ein. „In den letzten paar Wochen forderte uns Trainer Harijs Witolinsch immer wieder auf, vermehrt mit dem Stock zu arbeiten“, schildert der Davoser Torschütze seinen Treffer. „Mir gelang es, Almond die Scheibe wegzunehmen. Dann ging es ziemlich schnell. Ich war einfach froh, dass der Puck im Tor landete. Es klappte beim Abschluss so, wie ich es wollte.“

Frehners Treffer bedeutete die Vorentscheidung für den 5:2-Auswärtssieg des HCD, 106 Sekunden später machte Luca Hischier mit dem 4:0 alles klar. „Wir gingen dank zweier Tore innert 29 Sekuinden von Enzo Corvi und Inti Pestoni in der fünften Minute früh 2:0 in Frühung“, resümiert Frehner die Partie. „Im Mittelabschnitt und zu Beginn des Schlussdrittels wurden wir etwas passiv. Da verwalteten wir den Vorsprung nur noch, was zu einigen heissen Szenen vor unserem Tor führte. Umso wichtiger waren die beiden Treffer im Schlussabschnitt. Sie brachten wieder Ruhe in unser Spiel.“

Nicht jeder hat diese Möglichkeit

Der junge Flügelstürmer, der am Donnerstag seinen 21. Geburtstag feiert, traf am Freitag zum dritten Mal in der laufenden Meisterschaft. Seine Torpremiere in der National League hatte Frehner am15. Dezember 2017 bejubelt; damals traf er im Zürcher Hallenstadion bei der 2:3-Niederlage gegen die ZSC Lions zum 1:1. Nachdem er im Juni des vergangenen Jahres das Sportgymnasium mit der Matura abschloss, ist der gebürtige Churer, der wegen des Eishockey mit 15 Jahren nach Davos zog, Profi geworden. „Ich geniesse es, denn nicht Jeder hat diese Möglichkeit“, sagt Frehner. Sich voll aufs Eishockey zu konzentrieren, sei aber nicht immer nur einfach. „Man hat viel mehr Zeit und setzt sich folglich auch mental vermehrt mit der aktuellen sportlichen Situation beim HCD auseinander“, bemerkt der junge Stürmer. Von aussen laste zwar der Druck mehr auf den Leistungsträgern, „aber wir gehören auch dazu und sind Teil dieser Mannschaft“, so Frehner.

In der laufenden Meiserschaft bestritt Frehner bisher 36 Partien für den HCD sowie sechs weitere fürs Partnerteam Ticino Rockets in der Swiss League. Anfang Saison habe er nicht gedacht, dass er im Davoser Fanionteam so oft zum Einsatz kommen würde, bemerkt er. Zu Saisonbeginn war Frehner unter Arno Del Curto oft 13. Stürmer mit wenig Einsätzen. Unter Harijs Witolisch spielt er praktisch regelmässig, und er erhält auch immer mehr Eiszeit. Frehner kommt wie von den Jungen auch Marc Aeschlimann, Chris Egli und Tino Kessler konstant auch in Unterzahlphasen zum Zug. „Witolinsch setzt recht viel Vertrauen in uns; das ist ein sehr gutes Gefühl“, meint er. Er verhehlt nicht, dass er von verletzungsbedingten Ausfällen anderer Stürmer profitiert. Gleichwohl versucht Frehner diese Chance natürlich zu packen. Mittelfristig peilt er einen Stammplatz im Davoser Sturm an, „ohne dass sich andere verletzen, denn darauf hoffe ich nun wirklich nicht.“

Ohne Enzo Corvi

Mit Enzo Corvi beklagt der HCD jedoch einen weiteren Ausfall. Der Center blieb am Freitag in Genf in der 10. Minute mit dem rechten Bein an den Schonern von Servette-Goalie Robert Mayer hängen und schied mit einer Knieverletzung aus. Dabei erlitt er ein Extensionstrauma. Corvi muss drei bis vier Wochen pausieren. Erstmals fehlt er am Dienstagabend im Heimspiel des HCD gegen Bern. Den letzten Match gegen den SCB hatte Davos am 11. Januar zuhause mit 0:1 verloren. Den einzigen Treffer erzielte Matthias Bieber bereits nach 111 Spielsekunden. Nicht von ungefähr sagt Frehner. „Gegen die Berner wird es schwierig aufzuholen, sobald sie in Führung gehen. Die erfahrene Mannschaft spielt sehr abgeklärt. Ich denke, es wäre sicher gut, wenn wir in Führung gehen und dann das Spiel offen halten könnten.“ Der HCD-Stürmer hofft, „dass wir die gute Chancenauswertung aus dem Servette-Match wiederholen und das gute Gefühl aus jenem Match erneut ausspielen können.“

Kommentare