Verrückter Playoffstart-vom 0:2 zum 5:2

Verrückter Playoff-Auftakt für den HCD: Nach sieben Minuten lagen die Bündner am Samstagabend in Biel mit 0:2 zurück. Dann schalteten sie bezüglich Intensität, Tempo und Forechecking mehr als nur einen Gang hoch. Innert knapp sieben Minuten trafen Felicien Du Bois, Chris Egli und Enzo Corvi im Mitteldrittel zur 3:2-Führung. Und im Schlussabschnitt machten Robert Kousal und Magnus Nygren mit ihren Powerplaytoren alles klar.

Wenn HCD-Trainer Arno Del Curto sein Timeout bereits nach 6:51 Spielminuten nimmt, ist dies ein schlechtes Zeichen. So am Samstagabend auch in der Bieler Tissot Arena. Fabian Lüthi hatte eben völlig freistehend zum 2:0 für die Platzherren eingeschossen. In der Startminute hatte zwar Broc Little eine halbe Abschlusschance verzeichnet, doch danach bestimmten in der Anfangsphase die Bieler das Spielgeschehen. Sie wirkten hellwach und bereit für jeden Zweikampf, während die Bündner noch ihren Playoff-Rhythmus zu suchen schienen. Krass offenbarte sich das im Defensivverhalten. Die Bieler räumten vor ihrem Torhüter Jonas Hiller rigoros auf. Und auf der anderen Seite wirbelten die Platzherren in der Davoser Zone fast nach Belieben. Beim 1:0 brauchte Mathias Joggi den Puck nach glänzender Vorarbeit von Toni Rajala nur noch ins leere Tor zu schieben. Und auch beim zweiten Bieler Treffer störte in Vorbereitung und Abschluss kein Davoser den Gegner effizient. Erst in der 11. Minute gelang den Gästen die erste zwar kurze, aber immerhin nennenswerte Druckphase. Ab diesem Zeitpunkt kamen die Bündner in den Playoffs an. Endlich betrieben sie ein energisches Forechecking. Prompt sorgten sie auch für Torgefahr, ohne im Startdrittel jedoch trotz klarem Schussvorteil (14:9) zu wirklich zwingenden Torchancen zu kommen.

Das änderte sich im Mittelabschnitt, für das Del Curto leichte Umstellungen vornahm. Marc Aeschlimann wechselte vom Angriff an Stelle von Marco Forrer in die Verteidigung, dafür kam im der vierten Sturmlinie Mauro Jörg zum Einsatz. Die Davoser hielten den Druck hoch und brachten so die Bieler in arge Bedrängnis. Zudem trafen sie nun auch. Félicien Du Bois sorgte mit einem platzierten Weitschuss fürs 1:1 (24.). Dann demonstrierte Chris Egli, was man es eigentlich immer, aber in den Playoffs ganz besonders tun sollte: Den Puck aufs gegnerische Tor bringen. Seinen Backhandschuss von der Seite liess Hiller zur Überraschung aller zum Ausgleich passieren (27.). Zwingend und lehrbuchmässig spielten die Bündner das 3:2 heraus (31.): Nach einer Kombination passte Robert Kousal zu Anton Rödin, der den Puck „pfannenfertig“ für Enzo Corvi auflegte.

So wie Biel die ersten zehn Minuten aufgetrumpft hatte, dominierte nun Davos die Partie. Im dritten Drittel demonstierten die Bündner ihre Playoff-Tauglichkeit auch in den Special Teams. Während der zweiten Bieler Strafe tankte sich Corvi aus der eigenen Zone bis vors gegnerische Tor, wo er mit einem Querpass Kousal anspielte. Und der Tscheche hämmerte mittels Direktabnahme den Puck zum 4:2 ins Netz. Die nächste Bieler Strafe nutze Magnus Nygren, um mit einem Weitschusshammer den Davoser Vorsprung zu erhöhen. Bemerkenswert war auch, dass die Davoser ihre einzige Strafe erst in der 51. Minute kassierten und sich im Boxplay schadlos hielten.

Dank der Leistungssteigerung ab Mitte des Startdrittels hat der HCD das Break, den Auswärtssieg, bereits im ersten Playoff-Match geschafft. Jetzt gilt es für die Bündner, ihren guten Auftritt von Biel am Dienstagabend im ersten Heimspiel (Beginn 20.15 Uhr) zu bestätigen.

Telegramm: Biel – Davos 2:5 (2:0, 0:3, 0:2)

Tissot Arena, Biel. – 6521 Zuschauer (ausverkauft). – SR Stricker/Urban, Borga/Küng.

Tore: 6. (5:21) Joggi (Rajala, Fey) 1:0. 7. (6:51) Fabian Lüthi (Diem, Neuenschwander) 2:0. 24. Du Bois 1:2. 27. Egli (Dino Wieser) 2:2. 31. Corvi (Rödin, Kousal) 2:3. 45. Kousal (Corvi/Ausschluss Kreis) 2:4. 48. Marc Wieser (Nygren, Du Bois) 2:5.

Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Biel, 1mal 2 Minuten gegen Davos.

Biel: Hiller; Jecker, Forster; Lofquist, Fey; Maurer, Kreis; Steiner; Pedretti, Pouliot, Rajala; Schmutz, Fuchs, Earl; Neuenschwander, Diem, Fabian Lüthi; Joggi, Sutter, Wetzel; Nussbaumer.

Davos: Senn; Nygren, Kindschi; Du Bois, Jung; Heldner, Paschoud; Forrer; Rödin, Corvi, Kousal; Marc Wieser, Ambühl, Little; Sciaroni, Egli, Dino Wieser; Simion, Walser, Aeschlimann; Jörg.

Bemerkungen: Biel ohne Tschantré, Dufner, Valentin Lüthi, Micflikier und Hächler (alle überzählig), Davos ohne Lindgren, Kessler, Schneeberger (alle verletzt), Barandun und Eggenberger (beide überzählig). Timeout Davos (7.).

 

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