Von Davos über Augsburg nach Pyeongchang?

Mit zwölf Treffern führt Broc Little die Torschützenliste in der National League an. Eben erst hat der Eishockeyprofi sein Engagement beim HC Davos um ein Jahr verlängert. Jetzt versucht der Goalgetter einen Traum zu verwirklichen: Er möchte mit den USA im Februar an den Olympischen Spielen im südkoreanischen Pyeongchang um eine Medaille kämpfen.

Broc Little ist beim HCD und in Davos definitiv angekommen. „Es läuft besser und besser. Inzwischen habe ich einen guten Weg gefunden, mich im Team zu entfalten“, sagt der 29-jährige Amerikaner. Er lobt Davos auch als sein Zuhause („eine schöne Stadt“) und betont: „Ich fühle mich hier rundum wohl und freue mich auf das, was noch kommt.“ Die logische Folge seiner allgemeinen Zufriedenheit drückte Little letzte Woche aus, indem er seinen bis Ende Saison befristeten Vertrag mit dem HCD um ein weiteres Jahr verlängerte.

Mehr Laufen und mehr Schiessen

Seit gut drei Monaten befindet sich Little in der Schweiz und beim HCD. Anfänglich habe er etwas Angewöhnungszeit gebraucht, um sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden. „Eine neue Liga, ein neues Team und mit Arno Del Curto ein etwas anderer Coach, als ich es mir gewohnt war“, bemerkt der Amerikaner, der während der letzten drei Jahre für Linköping in der obersten schwedischen Liga spielte. In Schweden sei das Eishockey etwas mehr strukturiert, mehr von der Taktik geprägt und auf Scheibenkontrolle bedacht, insgesamt defensiver ausgerichtet als in der Nationalliga A, vergleicht Little. In der Schweiz gehe es mir hin und her, da stehe das Transition-Spiel im Vordergrund, das schnellen Umschalten von der Defensive in die Offensive. Oder wie der Stürmer es auch beschreibt: „Mehr Laufen und mehr Schiessen.“

Bereits zwölf Meisterschaftstore

Nicht von ungefähr bemerkt Vollblutstürmer Little, dass ihm diese Art von Eishockey behagte. „Ja, es macht Spass. Beim HCD versuchen wir konsequent, Torchancen zu kreieren.“ Und an Little liegt es, diese zu verwerten. Der nur 1,75 Meter grosse und 75 Kilogramm leichte Amerikaner hat dank seiner feinen Hände und der seiner läuferischen Beschlagenheit aus Schweden den Ruf einer „Tormaschine“ mitgebracht. Was das heisst, wissen inzwischen auch schon die meisten Gegner in der National League. Gemeinsam mit dem ZSC-Schweden Fredrik Pettersson führt Little die Torschützenliste an. Beide haben in der laufenden Meisterschaft bereits je zwölf Mal getroffen.

Ein Traum könnte wahr werden

Seine Torgefährlichkeit möchte Little diese Woche auch im US-Nationalteam in Augsburg beweisen. Bereits zum dritten Mal bestreitet er mit der US-Auswahl den Deutschland Cup. Gegner sind vom Freitag bis Sonntag die Slowakei, Russland B und Deutschland. Little freut sich auf seine Teamkollegen. „Mit einigen habe ich schon während meiner College-Zeit zusammengespielt. Und andere, die ebenfalls bei europäischen Klubs engagiert sind, kenne ich aus früheren Turnieren.“ Heuer erhält der Deutschland Cup für die US-Spieler und natürlich auch für Little allerdings eine wesentlich höhere Bedeutung. Weil die National Hockey League (NHL) all ihre Akteure für die Olympischen Spiele im Februar in Peongchang (Südkorea) nicht freigibt, werden die USA ihr Olympiateam vorwiegend mit in Europa tätigen Spielern bestücken. „Jetzt könnte für mich mit der Olympiaselektion ein Traum wahr werden“, sagt Little. „Es ist eine einmalige Chance in meinem Leben. Ich hoffe das Beste.“

 

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