Wir müssen konstanter werden – auch ich

Erst eine knappe Woche vor Meisterschaftsbeginn hat der HCD am 15. September Torhüter Anders Lindbäck verpflichtet. Der 30-jährige Schwede konnte die hochgesteckten Erwartungen noch nicht immer erfüllen. Er begründet die Anlaufschwierigkeiten und glaubt, „besser und besser“ in Fahrt zu kommen.

Es sei zurzeit nicht einfach, sagt Anders Lindbäck, der Riese im HCD-Tor (1,98 Meter gross, 98 Kilogramm schwer). „Wir hatten in den ersten Meisterschaftswochen so viele Hochs und Tief. Vor allem die vielen und hohen Heimniederlagen waren für das Team herbe Rückschläge. Anderseits gelang es uns auswärts, Top-Teams zu bezwingen. Das zeigt, dass wir in der Lage sind, auf hohem Niveau zu spielen.“

Auffallend war in der ersten Meisterschaftsphase, wie einfach die Gegner häufig in die Davoser Abwehrzone gelangten und wie frei sie dort in gute Abschlusspositionen kamen. Bei den Siegen des HCD war Lindbäck deshalb extrem gefordert. Beim 2:1-Erfolg in Zug parierte er 41 Schüsse, am letzten Samstag beim 4:1 in Langnau gar 46. „Wir gewähren den anderen Teams viel Raum“, formuliert es der schwedische Torhüter noch nett. „Das müssen wir nach der Nati-Pause besser machen. Wir müssen kompakter spielen.“ Wichtig sei auch, dass der HCD mehr Konstanz in seine Auftritte bringe. „Das betrifft alle, auch mich“, betont der Goalie.

Anders als in Schweden und Nordamerika

Es war zweifellos nicht ideal, dass Lindbäck erst eine knappe Woche vor dem Meisterschaftsstart bei Davos unterschrieb und praktisch ohne Trainings mit seinen neuen Teamgefährten in den Punktekampf einsteigen musste. „Für mich ist das Eishockey in der Schweiz anders, als ich es aus den letzten acht Jahren in Nordamerika und von früher aus Schweden gewohnt war“, sagt Lindbäck. In der Schweiz werde auffallend aufs Tempo gedrückt, sehr schnell von der Defensive in die Offensive umgeschaltet. Dafür sei das hiesige Eishockey weniger strukturiert als in Skandinavien. „In Schweden ist das Spiel mehr von der Taktik geprägt, und der Puckkontrolle wird mehr Aufmerksamkeit geschenkt.“

Lindbäck war 2008 im NHL-Draft von den Nashville Predatoris, bei denen der Schweizer Roman Josi jetzt Captain ist, gezogen worden. Zwei Jahre später wechselte Lindbäck aus Skandinavien nach Nordamerika. Für Nashville, Tampa Bay, Dallas, Buffalo und und Arizona Coyotes absolvierte er insgesamt 135 Einsätze in der National Hockey League (NHL). Nach der Rückkehr nach Europa, sprich nach Davos, habe er sich zuerst wieder an die grössen Spielfelder gewöhnen müssen, bemerkt Lindbäck. Denn das mache das ganze Spiel anders. „Auf den kleineren nordamerikanischen Rinks wird direkter aufs Tor gezogen. Und vor dem Tor herrscht mehr Verkehr. In der Schweiz hingegen wird oft noch ein Pass einem Schuss vorgezogen; deshalb braucht man als Goalie hier mehr Geduld“, so der Schwede. Gewöhnungsbedürftig sei für ihn auch, dass generell weniger oft gespielt wird als in Nordamerika. „Es dauert lange von einem Match zum anderen. Manchmal haben wir fast eine Woche Pause“, so Lindbäck. Er arbeite intensiv an all den erwähnten Umstellungen, bemerkt der Riese. „Es geht besser und besser.“

Wir wachsen als Team

Zuversicht strahlt Lindbäck auch bezüglich der ganzen Davoser Mannschaft aus. „Wir wachsen als Team, aber das braucht Zeit. Wir haben eine sehr junge Truppe. Das macht es schwieriger, in jedem Match die beste Leistung abzurufen“, sagt der Routinier. Er ortet „viel Talent im HCD-Team. Und wir arbeiten alle täglich hart im Training. Daraus resultieren klare Fortschritte.“

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