Wir sind wieder frisch und bereit anzugreifen

Der HC Davos setzt am Mittwochabend den Meisterschaftsbetrieb nach der dreieinhalbwöchigen Olympiapause auswärts gegen Meister und Tabellenführer Bern fort. „Wir haben die Zeit gut genutzt und sind bereit“, sagt Claude Paschoud.

Während die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft an den Olympischen Spielen in Südkorea für negative Schlagzeilen sorgte, stemmte Claude Paschoud mit seinen Davoser Teamgefährten im Kraftraum Gewichte. Auf dem Eis feilte er mit Powerskating-Guru Besa Tsintsadze an seiner Lauftechnik. Auch HCD-Trainer Arno Del Curto trieb seine Schützlinge übers Eis, und er arbeitete mit ihnen an taktischen Belangen.

Paschoud hatte im letzten Frühling sein WM-Debüt ganz knapp verpasst, als er am letzten Kadercut vor der WM-Selektion scheiterte. Für die Olympischen Spiele wurde der 23-jährige HCD-Verteidiger nie zum Thema. Er erhielt keine Gelegenheit, sich bei Nationalcoach Patrick Fischer zu präsentieren. Das Aufgebot an den Deutschland Cup konnte er im November wegen einer Nackenverletzung nicht wahrnehmen. „Ich zeigte während der Saison aber auch nicht immer das, was ich könnte und auch von mir erwarte“, sagt Paschoud. Die Auftritte seiner Nati-Teamkollegen verfolgte der Davoser am Fernseher. Paschoud hält sich nach dem frühen Scheitern der Schweiz im Achtelfinal zurück. „Zuhause als Nicht-Aufgebotener ausrufen wäre einfach“, meint er. „Die besten Spieler, die eine Olympiaselektion verdienten, waren dabei, und sie gaben das Beste. Man kann gegen Deutschland verlieren, das kann passieren. Wenn man sieht, was Deutschland danach für einen Weg im Rest des Turniers gemacht hat, weiss man, wie schnell es im Eishockey gehen kann.“

Die nächste Chance, sich fürs Nationalteam aufzudrängen, winkt Paschoud mit Blick auf die Weltmeisterschaft im kommenden Mai in Dänemark. Daran mag der stämmige Abwehrspieler – 1,90 Meter gross und 91 Kilogramm schwer – aber zurzeit nicht denken. „Ich habe die WM noch nicht im Hinterkopf“, bemerkt er. „Wichtig sind jetzt für mich die letzten drei Qualifikationsspiele und die Playoffs. Wenn wir mit dem HCD erfolgreich sind und ich gutes Eishockey spiele, kommt der Rest eventuell automatisch.“

Wir sind gerüstet

Vor der Olympiapause war der HCD mit zuletzt acht Spielen in sechs Tagen auf dem Zahnfleisch gelaufen. Den Tiefpunkt bildete die 2:7-Niederlage im Cupfinal gegen die Rapperswil-Jona Lakers. Jene Pleite sei mental sehr schwierig zu verarbeiten gewesen, sagt Paschoud. Die Olympiapause sei für den HCD aber zum richtigen Zeitpunkt gekommen. „Wir arbeiteten in den letzten drei Wochen sehr gut auf und neben dem Eis. Jetzt sind wir wieder frisch und bereit anzugreifen.“ Am Mittwoch gilt es für den HCD in Bern gegen den Meister und Tabellenführer, gleich wieder von 0 auf 100 zu kommen. Paschoud spricht von „einem rechten Klassiker. Da wollen wir von Anfang an bereit sein und gut einsteigen. Der Rhythmus sollte kein Problem sein. Wir trainierten sehr hart in den drei Wochen und bestritten am Hockey Summit drei gute Partien auf internationalem Niveau gegen Metallurt Magnitogorsk, Dinamo Riga und Trinec. Ich glaube, wir sind gerüstet.“

Kein Schielen auf die Tabelle

Auf den HCD wartet zum Abschluss der Qualifikation ein hartes Pensum. Nach der Partie in Bern trifft er noch zwei Mal auf Lugano, am Samstag zuhause und am nächsten Dienstag im Tessin. Das seien gute Tests vor den Playoffs, meint Paschoud. „Jetzt gilt es, den Rhythmus zu holen und die Form und das Selbstvertrauen zu finden.“ Er werde bezüglich des Playoff-Gegners nicht auf die Tabelle schielen, sagt der HCD-Verteidiger: „Es ist noch vieles möglich. Wichtig ist, dass wir in den drei Spielen gut in Fahrt kommen, gute Spiele zeigen und unser Niveau wieder erreichen, damit wir für Playoffs bereit sind – egal auf wen wir im Vierfinal treffen werden.“

Anton Rödin gibt sein Comeback

Im Meisterschaftsspiel in Bern gibt Anton Rödin beim HC Davos sein Comeback. Der schwedische Flügelstürmer hatte am 10. Dezember in seiner fünften Partie für die Bündner gegen Biel einen Wadenbeinbruch erlitten. Ebenfalls wieder zurück im Davoser Team sind Magnus Nygren, Dino Wieser, Noah Schneeberger und Chris Egli, die Anfang Februar im letzten Meisterschaftsspiel gegen Ambri und im Cupfinal gegen die Rapperswil-Jona Lakers gefehlt haben. Abgesehen von Perttu Lindgren, der bis Saisonende ausfällt, sollte der HCD in Bern in Bestbesetzung antreten können.

 

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