Wir wollen so weit wie möglich kommen

Wenn der HCD auf den SCB trifft, ist das immer eine spezielle Affiche. Wenn dies im Cup 1/4-Final geschieht umso mehr. Da spielt die aktuelle Tabellensituation der Meisterschaft absolut keine Rolle.

Der SCB ist in den Sportschlagzeilen, weil er in der Meisterschaftstabelle zur Zeit unter dem ominösen Strich liegt. Bern verlor in der Meisterschaft sechs seiner letzten sieben Partien und ist zurzeit nur auf Platz 10 klassiert. Die Medien und Experten nennen die Schuldigen für dieses Tief; Trainer, Torhüter, Mannschaft, Sportchef - jeder schafft es auf die Liste. Vor genau einem Jahr war der HCD in derselben Situationen. Mit denselben Problemen, denselben Schuldigen und derselben ungemütlichen Tabellensituation. Heute stehen die Blaugelben etwas überraschend auf dem 3. Tabellenplatz und haben 14 der bisherigen 19 Meisterschaftsspiele gewonnen. Es ist als hätte man die Rollen vertauscht.   

Das alles hat keinen Einfluss am Dienstagabend beim Cup-Highlight zwischen dem HC Davos und dem SC Bern. Da werden sich zwei grosse Namen des Schweizer Eishockey gegenüber stehen. Es gibt keinen Favoriten und keinen Underdog. Nicht nur, weil der Cup bekanntlich seine eigenen Gesetze hat. Auch weil zwei Teams mit viel Talent und mit zwei gut eingespielten Spielsystemen aufeinandertreffen. Bern kann mit einem Sieg gegen Davos etwas Ruhe ins Team bringen. Der HCD wird versuchen, seinen guten Lauf auch im Cup fortzusetzen. HCD-Stürmer Fabrice Herzog betont: „Für uns ist der Cup wichtig. Wir wollen dieses Spiel gewinnen und in die Halbfinals vorstossen“. Von einer Favoritenrolle will der gebürtige Frauenfelder nichts wissen. „Es gibt absolut keinen Grund, den Gegner zu unterschätzen. Bern wird mit Vollgas kommen. Es ist ein gutes Team, fast das gleiche wie letzte Saison, als es Meister wurde.“

Christian Wohlwend hat sich schon länger als Cup-Fan geoutet: "Ich finde diesen Wettbewerb genial. In Davos zählt der Cup sicher zu unseren Saisonzielen. Wir wollen so weit wie möglich kommen. Mich hat letzte Saison der EVZ extrem inspiriert, wie die Mannschaft auf dieses Ziel hingearbeitet hat und wie dann der Triumph gefeiert wurde." Wohlwend wird deshalb das bestmögliche Team aufs Eis schicken. Spielraum fürs Lineup hat der HCD-Headcoach sowieso fast keinen. Ein Comeback von Marc Wieser, der am Samstag in Rapperswil kurz vor Schluss verletzt ausfiel, scheint unrealistisch. Damit stehen der Trainercrew in der Offensive 13 gesunde Stürmer zur Verfügung. Dazu die sieben Verteidiger, die bisher alle Saisonspiele bestritten haben und die Juniorentalente Barandun und Heinen. Ob Magnus Nygren am Dienstag nach schwerer Knieverletzung bereits sein Comeback und damit seinen Saisoneinstand geben kann, wird kurzfristig entschieden.

 

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