Wohlwend fordert mehr Mut

In der Partie zwischen Lugano und dem HCD stehen sich am Dienstagabend zwei Verlierer des Eishockey-Meisterschaftsauftakts gegenüber. Davos-Trainer Christian Wohlwend erwartet von seiner Mannschaft mehr Mut als bei der 3:6-Niederlage vom letzten Freitag in Zürich gegen die ZSC Lions.

Die ZSC Lions hatten mehr Spielanteile und mehr Schüsse aufs Tor (41:27) als Davos. Dennoch waren die Bündner nicht so inferior, wie man es aufgrund des klaren 6:3-Resultats zugunsten der Platzherren vermuten könnte. Zwei Mal ging der HCD in der für ein Saisonauftaktspiel schon guten, intensiven und unterhaltsamen Partie in Führung. Nach 43 Minuten lagen die Davoser noch immer mit 3:2 voran. Dann gerieten sie aber mit einem Doppelschlag innert 33 Sekunden entscheidend in Rückstand. Den sechsten Gegentreffer kassierten sie ins leere Tor, nachdem Torhüter Sandro Aeschlimann einem sechsten Davoser Gegenspieler Platz gemacht hatte.

«Bin nicht so happy»

Auffallend war, dass sich der HCD in seinem neuen Spielsystem bei der Angriffsauslösung um Ruhe und Puckkontrolle bemühte, was beim energischen Forechecking der Zürcher aber auch noch zu mehreren heissen Situationen führte. Noch zu oft liessen sich die Davoser hinten hineindrücken, noch zu selten gelang es ihnen, den Gegner in der Offensive wirklich unter Druck zu setzen. «Die Zürcher taten über das ganze Spiel betrachtet mehr als wir. Irgendwann fanden sie dann auch einen Weg, um unseren Torhüter zu bezwingen», analysierte nach dem Spiel HCD-Trainer Christian Wohlwend. Mit dem Auftritt seiner Mannschaft sei er «nicht so happy» gewesen. «Wir spielten nicht so gross auf. Wir machten viele Fehlpässe. Ich hätte mir gewünscht, dass unsere Spieler mehr Verantwortung übernehmen und mit dem Puck mehr kreieren würden. Das war noch nicht so gut», so der Coach.

Perttu Lindgren Doppeltorschütze

Offensiv am wirkungsvollsten trat die Sturmlinie mit Marc Wieser, Perttu Lindgren und Benjamin Baumgartner auf. Lindgren erinnerte mit seinen zwei Toren zum 1:0 und 3:2 an seine besten Zeiten, Baumgartner traf zum 2:2 im Powerplay nach feiner Vorarbeit von Mattias Tedenby. Den 1:2-Rückstand hatten sich die Bündner in Überzahl durch einen Shorthander nach einem Fehlpass von Aaron Palushaj eingehandelt. Otso Rantakari, der erst eine gute Woche vor dem Meisterschaftsstart nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Magnus Nygren verpflichtet worden war, leitete den Davoser Führungstreffer an. Die Gegentore zum 3:3 und 3:5 musste der finnische Verteidiger von der Strafbank aus beobachten.

Heute auswärts gegen Lugano

Wie Davos verlor auch sein heutiger Gegner Lugano zum Saisonauftakt. Die Tessiner führten nach dem Startdrittel gar mit 2:0, ehe sie gegen Lausanne zuhause mit 2:5 noch deutlich verloren. Wohlwend meint, «dass wir für die Partie in Lugano an unserem Spiel nicht viel ändern sollten. Wir müssen jedoch mit der Scheibe mehr kreieren und mutiger auftreten als in Zürich.»

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