Zwei spektakuläre Flügel

Der HC Davos hat sein Ausländerquartett mit dem Engagement von Mattias Tedenby komplettiert. Der 29-jährige Schwede gilt aufgrund seines Antritts und seines Tempos als spektakulärer, torgefährlicher Stürmer. Gleichzeitig bestätigte der Bündner National-League-Klub die Verpflichtung des US-Amerikaners Aaron Palushaj.

Mattias Tedenby verbrachte den Grossteil seiner Karriere bei HV71, einem Klub der obersten schwedischen Eishockey-liga, der in Jönköping beheimatet ist. Ausserdem spielte der Flügelstürmer während vier Jahren in Nordamerika. Tedenby wurde 2008 im NHL-Draft in der ersten Runde von den New Jersey Devils gedraftet. Für die «Teufel» bestritt er 120 Partien in der National Hockey League (NHL) sowie 126 Spiele für deren Farmteam, die Albany Devils, in der American Hockey League (AHL). Nach einer schweren Gesichtsverletzung kehrte er 2014 zu HV71 zurück. Mit HV71 wurde Tedenby 2008, 2010 und 2017 schwedischer Meister.

Klein, schnell, spektakulär

Tedenby bezeichnet die Geschwindigkeit als seinen grössten Trumpf. Er beherrsche aber nicht nur die Lauftechnik, sondern sei auch stark mit dem Puck, bemerkt er weiter. Diese Einschätzung wird im Scouting Report auf der Hockey-Homepage eliteprospects.com bestätigt: «In Tedenbys Spiel geht es vor allem um die Schnelligkeit. Er ist mit 177 Zentimetern ein eher kleiner Spieler, kompensiert dies allerdings mit seiner grossartigen Beschleunigung, einem hohen Top-Speed und einer exzellenten Balance. Zudem hat der 29-Jährige eine sehr gute Stocktechnik. Er versucht, seine Gegner stets zu fordern, und kurvt dank seiner läuferischen Qualitäten spektakulär durch die gegnerischen Reihen. Gepaart mit seinem ausgeprägten Hockeysinn kann der Spielmacher sowohl als Skorer wie auch als Vorbereiter Akzente setzen. Er ist sich aber auch nicht zu schade, um sich in der Defensive in Schüsse zu werfen.»

Palushajs Zug aufs Tor

Tedenby machte bei HV71 von einer bis am 15. Mai befristeten Ausstiegsklausel für eine andere Liga Gebrauch, um aus seinem laufenden Vertrag aussteigen und zum HCD wechseln zu können. Eine solche Klausel nutzte auch Aaron Palushaj. Der US-Amerikaner stürmte zuletzt für Örebro in Schweden. Er gilt als antrittsschneller und wendiger Flügelstürmer mit guten Händen, der immer den direkten Weg aufs Tor sucht. Sein ausgezeichneter Hockeysinn zeigt sich in seinen Skorer-, aber auch seinen Vorbereiterqualitäten. In den beiden letzten Saisons buchte er für Brynäs und Örebro in der schwedischen SHL in 88 Spielen 78 Skorerpunkte (32 Tore/46 Assists). Palushaj bringt Erfahrung aus der NHL (68 Spiele für Montreal und Colorado), AHL (385 Partien) und der russisch geprägten Kontinental Hockey (KHL, 78 Spiele für Zagreb, Jekaterinburg und Minsk) nach Davos. 2016 bestritt er mit Dinamo Minsk den Spengler Cup. Niklas Johansson, der Sportchef von Örebro, bedauert den Abgang von Palushaj: «Es ist traurig, einen Führungsspieler wie Palushaj zu verlieren. Gleichzeitig war für mich das grosse Interesse aus dem Ausland aufgrund seiner Qualitäten für mich keine Überraschung.»

Mit der Verpflichtung von Tedenby und Palushaj – beide unterschrieben für zwei Jahre – steht das Ausländerquartett beim HCD fest. Verteidiger Magnus Nygren hatte seinen Vertrag bereits während des Spengler Cups um zwei Jahre verlängert. Ebenfalls bis im Frühling 2021 dauert der Kontrakt mit Perttu Lindgren; der Finne spielt bereits seit 2013 für Davos.

Bild: Aaron Palushaj (Mitte) am Spengler Cup 2016