Exklusiv: Marc Aeschlimann im Interview

Marc Aeschlimann hat in dieser Saison beim HCD noch kein Spiel verpasst. Der 20-Jährige spricht über seinen Werdegang beim HCD, die Champions League und seine Telefongespräche mit seinem Vater Jean-Jacques, einem bekannten und erfolgreichen ehemaligen Eishockeyspieler.

Marc Aeschlimann, der HCD steht in der Champions League in den Viertelfinals! Was bedeutet das Ihnen?

Marc Aeschlimann: Die Champions League ist ein internationales Turnier. Unser Trainer Arno Del Curto und unsere Mannschaft haben sich vorgenommen, dass wir uns auf diesem internationalen Niveau behaupten wollen und beweisen können, dass wir als Schweizer Team auf diesem Level mithalten können. Wir hoffen, dass wir noch viel weiter kommen.

Beim 4:3-Heimsieg im Achtelfinal-Rückspiel gegen Liberec machte sich der HCD am Dienstagabend nach einer frühen 3:1-Führung allerdings selber das Leben noch schwer.

Wir gingen mit der Einstellung in die Partie, dass wir nach dem 5:3-Auswärtserfolg in Liberec nicht locker lassen durften. Dank eines zielstrebigen Beginns führten wir im Rückspiel prompt nach gut zwölf Minuten schon mit 3:1. Dann traf leider im Mittelabschnitt ein, was wir in dieser Saison zuvor schon ein paar Mal in der Meisterschaft erlebt hatten. Wir zogen unser Spiel nicht durch, sondern liessen nach. Das nutzten die Tschechen zum 3:3-Ausgleich. In der zweiten Pause fand Arno die richtigen Worte. Er forderte uns auf, hart zu kämpfen und den Tschechen wieder unser Spiel aufzudrängen. So kam alles doch noch gut.

Sie bestritten in dieser Saison alle acht bisherigen Champions-League-Spiele mit dem HCD. Wie erleben Sie diesen europäischen Klubwettbewerb?

Es ist tipptopp, vor allem auch für junge Spieler. Ich kann wertvolle Erfahrungen auf hohem Niveau sammeln, was mich weiterbringt. Es macht aus Spass, nicht immer nur in der Schweiz zu spielen, sondern auch zu reisen. Die Champions League bietet eine interessante Abwechslung. Das tut auch gut.

Im Viertelfinal trifft der HCD auf Skelleftea. Was wissen Sie bereits von den Schweden?

Dick Axelsson sagte am Dienstagabend nach unserem Sieg gegen Liberec, dass Skelleftea wohl das beste Team in Schweden ist. Da müssen wir uns auf einen Riesenkampf einstellen.

Sie sind 20-jährig und haben sich in dieser Saison einen Stammplatz als Center beim HCD erkämpft.

Was heisst Stammplatz? Wir hatten zu Saisonbeginn viele Verletzte im Team. Da erhielt ich meine Chance. Ich bin dem Klub dankbar, dass ich spielen durfte und Erfahrungen sammeln konnte. Zeitweise waren wir in der Champions-League-Gruppenphase und in den ersten Meisterschaftsspielen gar nur drei Mittelstürmer. So kam ich wirklich oft zum Einsatz. Für mich war es wichtig, dank viel Eiszeit den nächsten Schritt zu machen.

Sie wechselten mit 15 Jahren von den Elite Novizen des HC Lugano zum HCD – warum ausgerechnet nach Davos?

Bereits ein Jahr vor mir wechselten ein paar Teamkollegen von Lugano ins Sportgymnasium nach Davos. An der Sportmittelschule konnte ich Sport und schulische Ausbildung optimal verbinden. Ich schloss die Handelsmittelschule erfolgreich ab. Wichtig war und ist für mich aber auch der HCD – ein sehr guter Klub mit Arno als Trainer und einer Geschichte, die nicht jeder Verein vorweisen kann. Ich habe den Entscheid nie bereut. Auf den Juniorenstufen lief alles gut. Und dank Arno schaffte ich den Sprung in die erste Mannschaft. Jetzt hoffe ich, dass noch mehr kommt.

Ihr Vater Jean-Jacques war ein ausgezeichneter Spieler. Jetzt ist er Geschäftsführer beim HC Lugano. Sprecht Ihr zusammen auch ab und zu über Eishockey?

Wir reden fast nur über Eishockey. Ich telefoniere praktisch nach jedem Spiel mit meinem Vater, oder sonst schreibe ich ihm zumindest. Er versucht mir immer wieder zu helfen mit Tipps und seiner Erfahrung.

Ich Vater war ein gefürchteter Penaltyschütze. Sind Penaltys bei Euren Gesprächen auch ein Thema.

Eigentlich nicht. Aber ich habe schon viele Videoszenen mit seinen Penaltys gesehen. Penaltys schiessen ist auch etwas, was ich mit der Zeit beherrschen möchte.

Der HCD setzt die Meisterschaft am Freitagabend mit einem Auswärtsspiel in Langnau gegen die SCL Tigers und tags darauf mit einer Heimpartie gegen Genf-Servette fort. Was erwarten Sie in diesen Begegnungen?

Die Tigers und Servette hatten wegen der Nati-Pause seit Ende Oktober kein Spiel mehr; beide Teams sind sicher erholt. Wir bestritten in dieser Zeit die beiden Partien gegen Liberec und befinden uns im Rhythmus. Was von Vorteil ist, wird sich weisen. Ich erwarte zwei sehr harte Spiele. Wir gewannen zuletzt sieben Partien in Folge und möchten diese Serie verlängern.